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Umnutzung von Pkw-Parkplätzen zu Fahrradparkflächen

FB 61/1372/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Frau Bezirksbürgermeisterin Conradt begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Dr.Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Dieser möchte zunächst klarstellen, dass das nun zu behandelnde Thema einer guten Lösung zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern bedarf. In der letzten Sitzung am 8.1.2020 wurde seitens der Bezirksvertretung bemängelt, von der Verwaltung nicht in die konkrete Planung und Umsetzung des Aufstellens von Fahrradbügeln im Stadtgebiet einbezogen worden zu sein. Die Kontroverse – Verwaltung hat über die dauerhaften Fahrradstellplätze in Lochnerstraße und Hartmannstraße informiert, die Planung aber nicht zum Beschluss vorgelegt – hat die Verwaltung zum Umdenken bewegt. Herr Dr. Langweg betont, dass einige Planungen zurückgestellt wurden bis ein Einvernehmen hergestellt wurde. Er hofft dass dies heute der Fall sein wird. Anhand einer Präsentation, die der Niederschrift beigefügt ist, beschreibt Herr Dr. Langweg den Status Quo und gibt nochmals zu bedenken, dass das durch den Radentscheid definierte Ziel, 5.000 Radstellplätze - außer sowie innerhalb des Allenrings – innerhalb der nächsten 8 Jahre zu realisieren ist. Zur Umsetzung des Radentscheids wurden acht neue Planerstellen in der Verwaltung geschaffen, die bis dato noch zu besetzen sind. Des Weiteren beschreibt er den Elisengarten als Platz von unschätzbarem Wert in den die Stadt Aachen baulich nicht eingreifen darf. Der Randstreifen, der momentan beschottert ist, wird zeitnah wieder begrünt. Der Schotter diente nur als temporäre Lösung und ist somit nicht als alternativer Ort zum Einbau der Fahrradbügel geeignet.

Herr Dr. Otten dankt Herrn Dr. Langweg für die Bestätigung seiner Annahme, es habe sich beim Vorgehen der Verwaltung um eine Missachtung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte gehandelt. Er erklärt er habe sich die Mühe einer Begehung gemacht und sich die Frage gestellt ob der Bedarf der neuen Radbügel überhaupt festgestellt wurde? Er fand am Annuntiatenbach, wie auch in der Hartmannstraße Fahrradbügel vor, von denen nicht mal die Hälfte belegt waren. Überdies bestätigt er die Wichtigkeit einer konkreten Bedarfsanalyse. Er wünscht diese nach Sozialräumen getrennt, nebst einer stichhaltigen Erklärung des Bedarfs an Radbügeln im Aachener Stadtgebiet. Eine solche Bedarfsanalyse wurde der Politik nicht vorgelegt. Dies bittet er nachzuholen und nochmals zu berücksichtigen, dass am Rande des Elisengartens bereits Fahrradbügel stehen und man diese nur erweitern müsse um die PKW-Stellplätze in der Hartmannstraße zu erhalten.

Herr Moselage betont, dass es nicht darum ginge einen Keil zwischen Politik und Verwaltung zu treiben. Ihm geht es auch nicht um die Verortung der Fahrradparkplätze sondern um das Übergehen der Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Das Gremium ist dazu gewählt Maßstäbe aufzustellen, an die sich die Verwaltung zu halten hat. Im konkreten Fall gibt es seiner Meinung nach drei Interessengruppen zu berücksichtigen: Radfahrer, Pkw-Fahrer (Parkplätze) und Fußgänger. Es darf kein Gegeneinander sondern muss ein Miteinander hergestellt werden. Ein pauschales nein zu PKWs und ein pauschales ja zu Radfahrern will er nicht akzeptieren und möchte deshalb die Möglichkeit erhalten, bei jedem neuen Standort von Radfahrstellplätzen mitzuentscheiden.

Frau Luczak widerspricht vehement. Der Radentscheid wie auch der Klimanotstand wurden vom Rat beschlossen. Es müssen, wie bereits von Herrn Dr. Langweg beschrieben, 5.000 Radstellplätze innerhalb der nächsten 8 Jahre realisiert werden. Die Verwaltung macht einen tollen Job. Die Politik muss darauf vertrauen, dass die Verwaltung alle Belange im Blick hat. Die Planer müssen in ihrer Verantwortlichkeit entscheiden dürfen. Frau Luczak möchte festhalten, dass die Grüne Fraktion dem Beschlussvorschlagnicht zustimmen wird. Sie beantragt die Umformulierung des ersten Abschnitts desBeschlussvorschlags wie folgt:

„Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte begrüßt die Entscheidung des Mobilitätsausschusses, ein detailliertes Fahrradabstellkonzept in Auftrag zu geben. Die Bezirksvertretung spricht sich dafür aus, das Konzept nach Fertigstellung, so wie auch bisher beim Aufstellen von Fahrradabstellanlagen verfahren wurde, als laufendes Geschäft der Verwaltung umzusetzen.

Zur Klarstellung empfiehlt die Bezirksvertretung dem Rat der Stadt, die Zuständigkeitsordnung in § 21 wie folgt zu ändern:

16.2. Verkehrsregelungsmaßnahmen zur Durchführung von Arbeiten im Straßenraum und bei der Inanspruchnahme von Straßenflächen im Zusammenhang mit Baußmaßnahmen sowie das Aufstellen von Fahrradabstellanlagen und Sperrpfosten im Sinne des § 43 Abs. 1 StVO gelten als Geschäfte der laufenden Verwaltung.“

Abschnitt zwei und drei des Beschlussvorschlags der Verwaltung stimmt die Grüne Fraktion zu.

Herr Deloie merkt an, dass bei der ganzen Diskussion eine wichtige Grundlage fehlt. Es gibt kein allgemeingültiges Fahrradabstellkonzept für die Stadt Aachen. Kürzlich gab es ein Treffen zwischen Ihm, Geschäftsleuten aus der Hartmannstraße und Vertretern des Radentscheids, dass sehr konstruktiv verlaufen ist. Es gibt keine Notwendigkeit des Konflikts zwischen Radfahrern und

PKW-Fahrern. Auch beschreibt er die Berichterstattung in der Presse als höchst unglücklich. Er bittet zu berücksichtigen, dass es in der Parkzone G + L das höchste Missverhältnis an ausgegebenen Anwohnerparkausweisen und vorhandenen Stellflächen gibt und es nun mit dem Wegfall weiterer

PKW- Stellplätze wieder zu einem empfindlichen Einschnitt in den Parkverkehr kommen soll. Mit dem geplanten Abriss des Parkhauses Büchel wird der Parkdruck ins unermessliche steigen denn neben Anwohnern wollen auch Touristen und Einkäufer nahe der Innenstadt parken. Herr Deloie möchte die Begründung, warum die Radbügel nicht anderer Stelle zu stehen können, einem Gesamtkonzept untergeordnet wissen. Im Verhältnis ist der Parkplatzverlust in der Hartmannstraße viel heftiger als an anderer Stelle. Ihm sei klar, dass sich Gegebenheiten verändern. Die Verträglichkeit muss aber gewährleistet sein, weshalb eine Einbeziehung von Anwohnern oberste Priorität haben sollte. Insgesamt ist er nicht willig eine Entscheidung zu treffen bevor ein solches Gesamtfahrradabstellkonzept vorliegt.

Herr Achilles begrüßt den Vorstoß der Grünen Fraktion, die Planung und Umsetzung von Radfahrstellplätzen im Aachener Stadtgebiet zum Geschäft der laufenden Verwaltung zu machen. Er möchte sich aber dennoch Herr Deloie anschließen und ein Gesamtkonzept empfehlen. Es wäre im Sinne des Gremiums durch ein Gesamtkonzept klare Regeln zu definieren, diese zu beschließen und es dann zum Geschäft der laufenden Verwaltung zu machen.

Frau Gaube gibt zu bedenken, dass es Wochen und Monate braucht, wenn die Bezirksvertretung Aachen-Mitte über jeden einzelnen neuen Radfahrstellplatz entscheiden müsste. Dies wirke dem Radentscheid komplett entgegen, den Sie alle gemeinsam beschlossen haben.

Herr Dr. Otten spricht sich ebenfalls für die Erstellung eines Gesamtkonzepts „Abstellflächen“ aus, sollte dies der Verwaltung noch nicht vorliegen. Er gibt zu bedenken, dass eine nicht unmaßgebliche Anzahl von Strecken in Aachens Innenstadt auch zu Fuß zurückgelegt wird weshalb eine Bedarfsanalyse seines Erachtens unerlässlich ist. Zum Beschlussvorschlag der Grünen Fraktion merkt Herr Dr. Otten an, dass er nicht glaube, dass die Bezirksvertretung Aachen-Mitte überhaupt ein laufendes Geschäft der Verwaltung definieren dürfe. Selbst wenn, sei er nicht bereit seine Rechte als Gremium aufzugeben. Er möchte, im konkreten Fall, die Verwaltung bitten zu prüfen, ob in und um die Hartmannstraße nicht ein anderer Stellplatz für die Radfahrbügel in Frage kommt. Ferner fragt er nach der anstehenden Umgestaltung des Elisengartens. Kann man nicht in einem Zug die Radbügel integrieren?

In diesem Zusammenhang gibt Herr Moselage zu bedenken, dass die rechte Seite der Hartmannstraße früher durchgehend mit PKW Stellplätzen versorgt war. Warum dort nun keine Fahrradbügel gebaut werden können, entzieht sich seines Verständnisses. Abschließend äußert er, dass man doch ohne Not niemandem was wegnehmen müsse.

Frau Luczak setzt sich für ein konsequenteres Umdenken ein. Der Neubau des Theaterplatzes wird den Verkehr ebenfalls einschränken. Es gehe hin zur autofreien Innenstadt. Warum hier so sehr um zwei PKW Stellplätze gekämpft wird entzieht sich Ihrem Verständnis. Auch das Wildparken der Räder würde durch eine bessere Ausstattung mit Radbügeln eingeschränkt. Die Grüne Fraktion möchte den Radstellplätzen in der Lochnerstraße, als auch den Bügeln in der Hartmannstraße im Nachhinein zustimmen.

Herr Deloie antwortet, dass es nicht um das Einschränken von Wildparkern gehe, sondern darum einen Anreiz zu schaffen vermehrt Fahrrad zu fahren. Aufgabe der SPD sei es Nutzergruppen sozialverträglich zusammenzubringen. Das hieße eben auch, einen PKW Stellplatz für die Anwohner zu erhalten. Der Maßnahme in der Hartmannstr. kann seitens der SPD zugestimmt werden, wenn dies die Beste Lösung ist. Die Anwohner wurden aber viel zu wenig gehört, deshalb bittet er um entsprechende Ehrenrunde in der Planungsabteilung um ggf. nochmal zu evaluieren ob es einen Alternativstandort für die Fahrradbügel gibt.

Frau Bezirksbürgermeisterin Conradt lässt sodann über den von der Grünen Fraktion erweiterten Beschlussvorschlag abstimmen, der mit 7 Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt wird.

Folgender Beschluss wird gefasst.

Beschluss

Die Standortplanungen für in die Zuständigkeit der Bezirksvertretung Aachen-Mitte fallende Maßnahmen werden zukünftig vor Einbau der Bezirksvertretung zur Kenntnisnahme und ggfs. zur Beratung vorgelegt. Dies soll quartalsweise geschehen. Die Geschäftsführung der Bezirksverwaltung ist im Planungsprozess zu konsultieren. Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte stimmt dem bereits beauftragten Umbau von Pkw-Parkplätzen in Fahrradparkflächen rückwirkend zu. Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte beauftragt die Verwaltung zu prüfen, ob es andere Aufstellmöglichkeiten im Umfeld der Hartmannstraße gibt. Das Ergebnis ist der Bezirksvertretung Aachen-Mitte zum Beschluss vorzulegen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte stimmt der dargestellten Vorgehensweise zur Beteiligung bei der Anlage von Fahrradstellplätzen zu.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zu den Fahrradbügeln in der Lochnerstraße zustimmend zur Kenntnis und beschließt, den Umbau von Pkw-Parkplätzen in Fahrradparkflächen gemäß Anlage 3 zuzustimmen.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zu den Fahrradbügeln in der Hartmannstraße zustimmend zur Kenntnis und beschließt, zwei Parkplätze in der Hartmannstraße dauerhaft für das Fahrradparken umzunutzen.

Erläuterungen

Erläuterungen:


Anlass

In der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 08.01.2020 wurde beantragt, dass die Verwaltung zur Umnutzung von Pkw-Parkplätzen in Fahrradparkplätze in der nächsten Sitzung vortragen soll. Auslöser sind fünf Fahrradbügel in der Lochnerstraße, die auf einem am Fahrbahnrand gelegenen Pkw-Parkplatz eingerichtet wurden und mobile Fahrradständer in der Hartmannstraße, für die während des Weihnachtsmarktes vier Parkplätze eingezogen wurden.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte wurde bemängelt, dass diese in keinem der beiden Fälle im Vorfeld beteiligt worden ist. Die Verwaltung hat stattdessen in der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 08.01.2020 zum TOP "Mitteilungen" Informationen vorgelegt, dass sie beabsichtigt, zwei der vier provisorisch belegten Pkw-Parkplätze in der Hartmannstraße in eine dauerhafte Fläche zum Fahrradparken umzunutzen (siehe Anlage1). Die Anfrage zur Lochnerstraße wurde schriftlich über die Geschäftsstelle beantwortet.

Es wird die Auffassung vertreten, dass in beiden Fällen eine Beteiligung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte hätte erfolgen müssen. Die Verwaltung wird dementsprechend aufgefordert, zukünftige Maßnahmen, die konkret in Planung und Umsetzung sind, in der Bezirksvertretung vorzustellen.

Bisherige Vorgehensweise

Der Verwaltung steht seit 2008 ein jährliches Budget für den Einbau von Fahrradbügeln zur Verfügung. Von diesen Mitteln werden, unabhängig von anliegenden Straßenbaumaßnahmen, Fahrradabstellplätze auf öffentlichen Verkehrsflächen im gesamten Stadtgebiet errichtet.

Standorte für neue Bügel resultieren überwiegend aus Vorschlägen von Bürgern, die der Verwaltung Orte mit einem besonderen Bedarf für sichere Abstellplätze nennen.

Wird ein erhöhter Bedarf an den gewünschten Standorten von der Verwaltung verifiziert, werden die geplanten Maßnahmen verwaltungsintern mit den relevanten Dienststellen abgestimmt und als Gesamtpaket einmal im Jahr zur Umsetzung ausgeschrieben. Dabei wird darauf geachtet, dass möglichst alle Bügel im Umfeld der genannten Standorte auf Hochborden installiert werden. Sind keine ausreichenden Platzverhältnisse vorhanden wird in Einzelfällen auch die Umwandlung von Pkw-Parkplätzen in Betracht gezogen (siehe Anlage2).

Seit 2016 wurden auf diese Weise u.a. 30 Parkplätze im öffentlichen Raum in Flächen für das Parken von rd. 250 Fahrrädern umgewandelt. In Anlage3, sind die dies betreffenden Standorte aufgelistet. Die bislang noch nicht umgesetzten Maßnahmen wurden bis zu einer Entscheidung der Bezirksvertretung storniert.

Zu „Fahrradbügeln“ werden in der Zuständigkeitsordnung (ZustO) der Stadt Aachen keine expliziten Aussagen gemacht (siehe Anlage 4). § 21 (16) der ZustO regelt, dass verkehrsregelnde und verkehrslenkende Maßnahmen sowie straßenrechtliche Maßnahmen an Gemeindestraßen und sonstigen öffentlichen Straßen durch die Bezirksvertretungen entschieden werden. Die Verwaltung wird daher, anders als beim Aufstellen von Sperrpfosten, die explizit als laufendes Geschäft der Verwaltung genannt sind, das Aufstellen von Fahrradbügeln in die politische Beschlusszuständigkeit übertragen.

Fahrradbügel Lochnerstraße

Für die Lochnerstraße lagen seit Mitte 2018 Bürgereingaben vor, die die Situation bezüglich nicht vorhandener Fahrradabstellanlagen im öffentlichen Raum bemängelten und um Abhilfe baten. Ebenso wurde im Zuge des Aufrufs des Oberbürgermeisters, Stellen mit einem notwendigen Bedarf für Fahrradbügel der Verwaltung zu nennen, die Lochnerstraße genannt. Bei Ortsterminen wurde beobachtet, dass abgestellte Fahrräder an Verkehrsschildern und Laternen die Nutzung der Gehwege erheblich einschränkten, weshalb ein Pkw-Parkplatz für den Einbau von 5 Fahrradbügeln eingeplant wurde. Die Maßnahme wurde bereits zum Ende des letzten Jahres umgesetzt und die Fahrradbügel werden seitdem sehr rege genutzt (Anlage2). Dies hat die Situation auf den anliegenden Fußgängerflächen deutlich verbessert.

Fahrradbügel Hartmannstraße

Da verschiedene Einrichtungen des Weihnachtsmarktes die Nutzung von mehreren Fahrradbügeln im Innenstadtbereich temporär erschwerten bzw. unmöglich machten, wurde die Verwaltung ab Ende November 2019 durch verschiedene Eingaben gebeten, kurzfristig Ersatz zu schaffen. Insbesondere für die zeitweise Stilllegung der Fahrradbügel in der Ritter-Chorus-Straße (siehe Anlage 5) wünschten Bürger sowie die Gruppe Radentscheid Aachen Ausweichmöglichkeiten in direkter Nähe, um den Kunden des Weihnachtsgeschäfts, die mit dem Fahrrad in die Innenstadt kommen, eine sichere und nahe gelegene Parkmöglichkeit anzubieten. Darüber hinaus sollte durch ein zusätzliches Angebot das ungeregelte und ggfs. sicherheitsgefährdende Abstellen von Fahrrädern in Entfluchtungsräumen reduziert werden. Für die Zeit des Weihnachtsmarktes wurden deshalb vier Pkw-Parkplätze in der Hartmannstraße gesperrt und mit 32 mobilen Fahrradabstellplätzen ausgestattet. Die Resonanz, über die sozialen Medien war überwiegend positiv, die Bügel waren fortlaufend belegt.

Aufgrund der guten Annahme durch die Bevölkerung und als „kleiner“ Beitrag zur Erreichung von Ziel 5 c) des Radentscheides, in dem der Ausbau von je 5.000 Plätzen an Fahrradbügeln außer- sowie innerhalb des Alleenrings gefordert wird, hat die Verwaltung eine Verstetigung der bisher nur provisorischen Lösung angestrebt. Zwei der vier Pkw-Parkplätze sollen mit jeweils vier dauerhaften Fahrradbügeln ausgestattet und somit 16 Fahrradabstellplätze geschaffen werden.

Die temporäre, mobile Fahrradabstellanlage wird Ende Januar abgebaut, weil der Mietvertrag zum 31.01.2020 ausläuft.

Dieser Vorschlagwurde auch vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen für die Ausweitung des Angebotes an sicheren Fahrradstellplätzen im Umfeld des Pfalzbezirks formuliert. Bereits am 21.02.2019 wurde im Mobilitätsausschuss die Vorlage „Fahrradparken im historischen Stadtzentrum“ ausführlich erörtert. Brandschutztechnische Erfordernisse und sicherheitsrelevante Erwägungen erschweren das Aufstellen von festen Einbauten wie Fahrradbügeln. Der Schutz der Fußgänger und die Aufenthaltsqualität auf Wegen und Plätzen spielt zudem gerade im Innenstadtbereich eine besondere Rolle. Der Fachbereich Umwelt teilt zur Nutzung des Elisengartens mit, dass keine weiteren Fahrradbügel im Elisengarten aufgestellt werden dürfen, da es sich um eine der wichtigsten und hoch frequentiertesten Grünanlagen in der Innenstadt handelt. Eine Inanspruchnahme von Teilflächen wird auch aus gestalterischen Gründen abgelehnt. Der seitliche zur Zeit abgesplittete Streifen entlang der Hartmannstraße wurde nur provisorisch hergestellt und soll wieder eingegrünt werden.

Das Ausweichen auf bereits vorhandene Parkplatzflächen ist von daher bei der Standortsuche relevant und wird durch die beschlossenen Ziele des Radentscheides zukünftig noch häufiger Thema.

Der Mobilitätsausschuss hat bereits in seiner Sitzung am 12.09.2019 die Beauftragung eines Fahrradabstellkonzeptes beschlossen. Das Vergabeverfahren wird Ende März abgeschlossen und die notwendigen Arbeiten werden anschließend beginnen.

Die politischen Gremien werden in diesem Verfahren konsultiert. Darüber hinaus schlägt die Verwaltung folgendes Beteiligungsverfahren vor:

  • Die Standortplanungen für neue Fahrradbügel werden zukünftig vor Einbau der Bezirksvertretung zur Kenntnisnahme und ggfs. Beratung vorgelegt. Dies soll quartalsweise geschehen.
  • Die Geschäftsführung der Bezirksverwaltung wird im Planungsprozess konsultiert.

Vorschlag der Verwaltung

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte stimmt der o.g. Vorgehensweise zu.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte stimmt dem bereits beauftragten Umbau von Pkw-Parkplätzen in Fahrradparkflächen gemäß der Liste in Anlage 3 rückwirkend zu.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte beschließt die Umnutzung von zwei Pkw-Parkplätzen in Fahrradparkflächen in der Hartmannstraße.

Finanzielle Auswirkungen

Für den dauerhaften Einbau der acht Fahrradbügel in der Hartmannstraße wird ein Betrag in Höhe von rd. 2.100 € benötigt. Die Mittel stehen, vorbehaltlich der Beschlussfassung durch den Rat und der Rechtskraft des Haushalts 2020, im Haushaltsjahr 2020 unter dem PSP Element 5-120102-900-10000-300-1 / 4-120102-986-6 „Radverkehrsmaßnahmen (Sofortprogramm)“ zur Verfügung.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

vorbehaltlich der Rechtskraft des Haushalts 2020

PSP-Element 5-120102-900-10000-300-1 Radverkehrsmaßnahmen (Sofortprogramm)

Investive Auswirkungen

Ansatz

2020

Fortgeschriebener Ansatz 2020

Ansatz 2021 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2021 ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

800.000

800.000

2.400.000

2.400.000

0

0

Ergebnis

800.000

800.000

2.400.000

2.400.000

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

PSP-Element 4-120102-986-6 Radverkehrsmaßnahmen (Sofortprogramm)

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2020

Fortgeschriebener Ansatz 2020

Ansatz 2021 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2021 ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

120.000

120.000

360.000

360.000

0

0

Abschreibungen

250.000

250.000

750.000

750.000

0

0

Ergebnis

370.000

370.000

1.110.000

1.110.000

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

Abstimmungsergebnis

Mehrheitlich, 6 Gegenstimmen

Weitere Dokumente (5)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Anlage 1
66.1 KB · PDF
Anlage 2
326.0 KB · PDF
Anlage 3
191.1 KB · PDF
Anlage 4
65.0 KB · PDF
Anlage 5
260.5 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-01-27 FB 61_1372_WP17 Umnutzung von Pkw-Pa SAO.pdf

20.11.2024

1003.5 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Datum
Mi., 05.02.2020
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
17.2.2026
Inhalt abgerufen
17. Februar 2026 um 22:09

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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