Grachtstraße - Prüfung baulicher Maßnahmen
FB 61/1405/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Die stellv. Bezirksbürgermeisterin Frau Müller begrüßt Frau Liljegren vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.
Herr Auler von der CDU-BF nimmt Bezug auf die Vorlage, die von der Empfehlung her sehr eindeutig sei. Die denkbaren baulichen Alternativmaßnahmen seien alle von ihrer Wirkung her recht einschneidend.
Ratsherr Blum von der FDP erinnert an die bisherige Beratung über die Grachtstraße in der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand. Es sei ihm und den anderen Bürger/Innen aus Krauthausen in erster Linie darum gegangen, eine Sperrung der Grachtstraße zu vermeiden. Mit anderen Maßnahmen, wie Einführung der Tempo-30-Zone oder Anlegung von Verschwenkungen, sei man einverstanden. Die Straße sei von beiden Seiten her abschüssig, so dass höhere Geschwindigkeiten erreichtwürden. Da die Straße durch das Naturschutzgebiet führe, plädiere er dafür, keine Beleuchtung anzubringen. Er werde dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen.
Herr Hellmann von der SPD-BF kündigt auch für seine Fraktion an, dem Verwaltungsvorschlag zuzustimmen. Weitere Maßnahmen würden eine zusätzliche Gefährdung darstellen.
Herr Auler von der CDU-BF teilt ergänzend mit, dass erkennbare Seitenstreifen am Fahrbahnrand bei Dunkelheit hilfreich sein könnten.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Sie beschließt regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen durch den Fachbereich Sicherheit und Ordnung.
Erläuterungen
Erläuterungen:
1. Anlass
Am 14.05.2019 war die Grachtsraße Gegenstand der Beratung im Bürgerforum. Laut Antrag einer Bürgerin wurde diskutiert, ob die Grachtstraße für den motorisierten Individualverkehr geschlossen werden soll, da es dort zu kritischen Begegnungen zwischen Pkws und Radfahrern bzw. Fußgängern käme. Im Anschluss beantragten die Brander Bezirksfraktionen CDU, SPD, Die Grünen und FDP die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h (Antrag vom 15.05.2019). Am 03.07.2019 hat die Bezirksvertretung Aachen-Brand die Sperrung der Grachtstraße für den motorisierten Individualverkehr abgelehnt und dem Antrag auf Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zugestimmt. Außerdem hat sie die Verwaltung mit der Ausweisung der reduzierten Geschwindigkeit sowie mit der Unterbindung der Ausfahrt aus dem Betriebsgrundstück Nesseler in Richtung Schrouffstraße beauftragt.Damit sollte die Grachtstraße als Einbahnstraße, Fahrtrichtung Krauthausen frei, ausgeschildert werden. Zusätzlich sollte die Verwaltung bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung prüfen. Die Beschilderung der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und der Einbahnstraße wurde bereits umgesetzt.
2. Erläuterung
Die Polizei hat 2018 den letzten Unfall in der Grachtstraße aufgenommen. Es handelt sich um einen Verkehrsunfall der Kat. 1 - 4, welcher unter Alkoholeinwirkung geschehen ist. Das Unfallbild rechtfertigt aus Sicht der Straßenverkehrsordnung(StVO) keine stärkeren verkehrsbeschränkenden Maßnahmen.
Bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
Im Folgenden werden mögliche bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vorgestellt und ihre Eignung für die Grachtstraße bewertet. Fotos dazu siehe Anlage 1.
- Beruhigungs- und Verschwenkungsinseln
Durch Verkehrsinseln könnte die Fahrbahn auf die Mindestdurchfahrtsbreite von 3,50 m reduziert werden. Diese Breite ist zur Gewährleistung der rettungstechnischen Erschließung sowie der Ver- und Entsorgung notwendig.Die Inseln sollten mind. 0,80 m breit sein. Werden sie einseitig verwendet, ergibt sich eine Mindestbreite der Fahrbahn von 4,30 m. Da die Grachtstraße in ihrer Breite lediglich 3,80-4,60 m misst, kann rechts neben der Verkehrsinsel keine Fläche zum Vorbeifahren für Radfahrer freigehalten werden. Außerdem wird die nötige Breite von 3,50 m aufgrund des Einrichtungsverkehrs vermutlich kaum Auswirkungen auf die Geschwindigkeiten haben. Hinzu kommt, dass in der Grachtstraße keine Straßenbeleuchtung vorhanden ist. Die Fahrbahneinengungen wären demnach nicht beleuchtet und damit trotz reflektierender Bake erst spät für die Radfahrer sichtbar. Die Einrichtung einer umfangreichen Straßenbeleuchtung ist unverhältnismäßig und aus ökologischen Aspekten nicht gewollt. Daher wäre diese bauliche Maßnahme nicht ausreichend verkehrssicher. Deswegen wird diese Maßnahme nicht empfohlen.
- Teilaufpflasterungen oder Plateaupflasterungen
Eine weitere Möglichkeit der Verkehrsberuhigung sind Teil- oder Plateaupflasterungen. Sie sind fahrdynamisch wirksam und bewirken eine Verlangsamung der Fahrgeschwindigkeit. Im Gegensatz zur Verkehrsinsel werden bei den Aufpflasterungen keine reflektierenden Baken verwendet. Daher sind diese Elemente vor allem für die bergab fahrenden, schnellen Radfahrer erst spät sichtbar. Zwar können die Radfahrer an diesen baulichen Elementen vorbeifahren, aufgrund der nicht vorhandenen Beleuchtung kann diese Maßnahme jedoch ebenfalls nicht empfohlen werden.
- Kölner Teller
Die in einigen Städten verwendeten Kölner Teller tragen zur Reduzierung der Geschwindigkeiten des motorisierten Individualverkehrs bei. Jedoch gibt es für diese runden Erhebungen auf der Fahrbahn, die ebenfalls fahrdynamisch wirksam sind, keine Zulassung von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Daher werden die Teller in Aachen nicht verwendet.
Weitere Maßnahme:
- Überwachung der Geschwindigkeiten
Die gefährlichen Situationen zwischen Pkw und Fahrradfahrern oder Fußgängern sind überwiegend auf die Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeitenzurückzuführen. Die Geschwindigkeiten könnten daher in regelmäßigen Abständen durch den Fachbereich Sicherheit und Ordnung (FB 32) im Rahmen der personellen Möglichkeiten überprüft werden, um die bestehenden Verkehrsvorschriften durchzusetzen. Bisher ist dies mit dem verfügbaren Radarwagen nur schwer möglich. Die Stadt Aachen wird jedoch in 2020 Messgeräte mit einer neuen Technik (Messbalken mit Lasertechnik) anschaffen. Die neue Technik ermöglicht eine effektive und realistische Messung. Sobald das Ordnungsamt diese Technik zur Verfügung hat, wird sie auch in der Grachtstraße Messungen durchführen.
- Fazit und Empfehlung
Die aktuell zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h berücksichtigt bereits die fehlenden separaten Verkehrsflächen für Fußgänger oder entgegenkommende Radfahrer. Die unterschiedlichen Nutzergruppen können sich frühzeitig sehen und beim Vorbeifahren oder Begegnen aufeinander Rücksicht nehmen. Die Verkehrsbelastungen im Kfz-Bereich sowie bei Radfahrern und Fußgängern sind in der Grachtstraße derart gering, dass Verkehrsteilnehmer in gegenseitiger Rücksichtnahme aneinander vorbeikommen können.
Keine der dargestellten baulichen Maßnahmen kann zur Verkehrsberuhigung beitragen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit für Radfahrer sicherstellen. Daher werden keine baulichen Maßnahmen empfohlen. Stattdessen werden Geschwindigkeitskontrollen durch den Fachbereich Sicherheit und Ordnung befürwortet.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | ||||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 98622
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=98622
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-03-27 FB 61_1405_WP17 Grachtstrasse - Pruefu SAO.pdf
20.11.2024
579.1 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Datum
- Mi., 29.04.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 2.4.2026
- Inhalt abgerufen
- 5. April 2026 um 20:04