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Umsetzung der Rahmenplanung "Richtericher Dell " und Antrag Nr. 106 der SPD-Fraktion vom 28.10.2019: Anbindung des Neubaugebietes Richtericher Dell an das Geothermie-Grundwasser-Netz des niederländischen Betriebers Mijnwaterhier: Sachstandsbericht

FB 61/1399/WP17 · Kenntnisnahme

Umsetzung der Rahmenplanung "Richtericher Dell " und Antrag Nr. 106 der SPD-Fraktion vom 28.10.2019: Anbindung des Neubaugebietes Richtericher Dell an das Geothermie-Grundwasser-Netz des niederländischen Betriebers Mijnwaterhier: Sachstandsbericht

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Frau Bezirksbürgermeisterin Köhne begrüßt Frau Prenger Berninghoff vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Frau Prenger Berninghoff stellt den Sachstand zur Umsetzung der Rahmenplanung „Richtericher Dell“ zurder Planung der Haupterschließung mit den Schwerpunkten „Führung des Baustellenverkehrs“ und „Knotenpunkt Banker-Feld-Straße“ anhand einer Präsentation vor. Die Präsentation ist in allris als Anlage beigefügt. Zudem informiert sie darüber, dass hinsichtlich der Bahnanbindung die Planvereinbarung unterzeichnet und an die Deutsche Bahn verschickt wurde.

Die Bezirksvertreter aller Fraktionen bedanken sich für die ausführliche, informative Darstellung und die nachvollziehbare Entwicklung.

Herr Bezirksvertreter Pontzen (CDU) unterstreicht die gute Radwegführung, insbesondere über die Banker-Feld-Straße und die Führung der Baustraße in mittlerer Lage über eine später tatsächlich genutzte Straße.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) zeigt sich erfreut über die Planungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn, die das Projekt nach vorne bringt. Allerdings vermisst er Ausführungen zu Punkt 3 der Vorlage, die Grundwassernutzung im Grenzgebiet, die in der Vorlage nicht genügend gewürdigt wurde und damit für ihn nicht behandelt ist. Frau Prenger Berninghoff teilt mit, dass man hier im Gespräch mit der Stawag sei, dass dieser Punkt jedoch erst bei der Wohngebietsplanung im Rahmen der Energieversorgung mit der Stawag zu konkretisieren ist.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) sieht die Gefahr, dass die Idee der klimaneutralen Energieversorgung später verworfen wird oder zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führt.

Herr Bezirksvertreter Kuhrt-Lassay (Bündnis 90/ Die Grünen) stellt die Frage, warum der Radweg nicht auf der anderen Seite geplant ist. Frau Prenger Berninghoff argumentiert, dass der Radweg wegen des vermutlichen Zieles der Radfahrer auf der dem Wohngebiet zugewandten Seite geplant ist.

Herr Bezirksvertreter Kuhrt-Lassay gibt zu bedenken, ob die geplante „Doppel-T-Führung“ nicht zu Chaos führen würde. Frau Prenger Berninghoff führt aus, dass der „Schlenker“ aus dem Wunsch entstanden ist den Schleichverkehr zu unterbinden.

Herr Bezirksvertreter Brantin (CDU) möchte wissen, wann ein Zeitpunkt hinsichtlich der Anbindung zur Autobahn 4 benannt werden kann. Frau Prenger Berninghoff kann diesen Zeitpunkt erst benennen, wenn klar ist, wann die Abfahrt benötigt ist. Sie teilt mit, dass im Juni ein weiterer Bericht über die Zeitplanung erfolgt.

Herr Bezirksvertreter Feil (Bündnis 90/ Die Grünen) schlägt vor bei der Baustelle, wie beim Wohnungsbau, die Wahl von CO2-einsparenden Baustoffen zu verwenden. Frau Prenger Berninghoff sichert zu diese Frage in die Fachverwaltung mitzunehmen.

Im Nachtrag wurde die Frage nach der Verwendung von Recyclingmaterial im Straßenbau durch Frau Prenger Berninghoff und Herrn Jansen vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen wie folgt beantwortet und der Niederschrift nachträglich beigefügt:

„Es wird bereits bei der Ausschreibung für den Straßenbau auf den Einsatz von recyceltem Material Wert gelegt. Dies ist beispielsweise in der Frostschutzschicht ein Gemisch aus wiederverwertetem Material, für die Tragschicht wird die Qualität "hgt-r" ("hydraulisch gebundene Tragschicht -recycelt-") gefordert. Für den Asphalt kann auch alter Gleisschotter, der natürlich aufbereitet und gesäubert wurde, verwendet werden.

Nicht eingesetzt werden teerhaltige Materialien.

Die Zulässigkeit von wiederverwertetem Material ist aber abhängig von der Genehmigung der Unteren Wasserbehörde. In Wasserschutzzonen ist der Einsatz nicht zulässig.

Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) weist darauf hin, dass der Antrag Nr.106noch nicht als behandelt anzusehen ist und bittet daher diesen weiter zu verfolgen. Nach dieser Aussprache wird entsprechend folgender Beschluss gefasst:

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis. Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich erwartet, dass der Antrag Nr. 106 weiter verfolgt wird und einen weiteren Bericht zu gegebener Zeit.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Damit gilt der Antrag zur Tagesordnung Nr. 106 als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:

  1. Letzte Beschlüsse und Anträge

In regelmäßigem Turnus ist als fester Tagesordnungspunkt das Thema „Umsetzung Rahmenplanung Richtericher Dell“ in den Sitzungen der Bezirksvertretung Aachen-Richterich installiert, um zeitnah über die Fortschritte im Planungsprozess berichten zu können.

Darüber hinaus ist die Verwaltung mit Schreiben der Fraktion der SPD in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich vom 28. Oktober 2019 (Antrag Nr. 106 ) beauftragt, in Zusammenarbeit mit der STAWAG prüfen zu lassen, wie für das zukünftige Neubaugebiet Richtericher Dell ein klimaneutrales Konzept der Wärme- und Kälteversorgung realisiert werden kann. Insbesondere soll geprüft werden, ob eine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Netzbetreiber Mijnwater bei der Nutzung des Grubenwassers in dem ehemaligen grenzüberschreitenden niederländisch–deutschen Bergbaugebiet im Aachener Norden ermöglicht werden kann.

  1. Aktueller Arbeitsstand

Europaweite Ausschreibung der Straßen-, Entwässerungs- und Ingenieurbauwerksplanung

Mit dem Beschluss aus den Dezembersitzungen 2019 der Bezirksvertretung Aachen-Richterich, des Planungsausschusses und des Mobilitätsausschusses wird nun die Ausschreibung der Fachplanung vorbereitet. Der Trassenabschnitt -A- wird innerhalb des Wohngebietes am nördlichen Rand des Baugebiets liegen. Im Fokus ist weiterhin, den Trassenabschnitt -C- zwischen Banker-Feld-Straße und Roermonder Straße als ersten Teil der Planung zu realisieren. Dazu werden nun auch die Überlegungen zur Führung des Baustellenverkehrs konkretisiert.

Das umfangreiche Vergabeverfahren wird durch ein externes Büro betreut und nach dortiger Abschätzung im II. Quartal 2020 erfolgen.

Vorüberlegungen für die Führung des Baustellenverkehrs

Eines der Ziele der Beschlussfassungen zur zeitlichen Abfolge der Umsetzung der Rahmenplanung ist es, dass der Baustellenverkehr und der nach Umsetzung des Wohngebietes entstehende Ziel-und Quellverkehr (PKW-Fahrten der neuen Anwohner, Besucher etc.) keine zusätzliche Belastung für die Anwohner des Vetschauer Weges, der Horbacher Straße und der Banker-Feld-Straße erzeugt. (siehe u. a. Vorlage - FB 61/0228/WP17).

Der erste Realisierungsabschnitt der geplanten Straße soll der Abschnitt -C- sein. Dieser wird durch zwei Querungsbauwerke unterteilt und besteht aus insgesamt fünf Teilabschnitten, die heute nur aus unterschiedlichen Richtungen erreichbar sind.


Diese Teilabschnitte sind:

C1: ca. 220 m langer Abschnitt zwischen Roermonder Straße und Amstelbach

C2: Amstelbachüberquerung

C3: ca. 65 m langer Abschnitt zwischen Amstelbach und Bahndamm

C4: Bahnunterquerung

C5: ca. 90 m langer Abschnitt zwischen Bahndamm und Banker-Feld-Straße

Die Abschnitte C1 und C2 sind von Süden über die Roermonder Straße erreichbar. Die angrenzende landwirtschaftliche Fläche kann als Lagerfläche und Arbeitsraum genutzt werden.

Der Abschnitt C3 ist heute für landwirtschaftliche Fahrzeuge grundsätzlich erreichbar, nicht aber für den Baustellenbetrieb. Dazu muss zunächst eine der beiden Querungen hergestellt werden.

Die Abschnitte C4 und C5 sind heute nur von der Banker-Feld-Straße aus erreichbar.

Die rechtlichen Anforderungen, die die Baustellenerschließung für den gleichzeitigen Straßenbau aus beiden Richtungen erfüllen müsste, werden derzeit konkretisiert.

So erfordert z. B. der Anschluss an die BAB 4 die Mitnutzung von Verkehrsflächen auf niederländischem Gebiet, diese wurde zu Beginn des Planungsprozesses durch die niederländische Behörde Rijkswaterstaat in Aussicht gestellt. Eine aktuelle Beantragung ist derzeit noch nicht möglich, weil der konkrete Zeitraum noch nicht feststeht. Für die Ertüchtigung eines Feldweges liegt die Vorplanung vor, allerdings ergeben sich neben den baulichen Maßnahmen weitere rechtliche Anforderungen.

Die erforderlichen Genehmigungen für den Grenzübertritt von Baufahrzeugen und Bodenaushub wurden bereits im Zusammenhang mit der Nutzung von Bodenaushub aus einer Baustelle im Gebiet Avantis im Jahr 2018 geprüft. So handelt es sich z. B. beim Abtransport von Bodenaushub um eine grenzüberschreitende Abfallverbringung, die nach den Vorgaben der Abfallverbringungsverordnung vorab zu notifizieren ist. Auch bei einer "Durchfuhr" unbelasteten Bodenaushubs durch die Niederlande ist ein entsprechendes Notifizierungsverfahren durchzuführen.

Hinsichtlich der Fahrer ist darauf zu achten, ob diese über eine Arbeitserlaubnis bzw. einen Aufenthaltstitel auch für die Niederlande verfügen. So kann es beispielsweise bei geduldeten Ausländern, die eine Arbeitserlaubnis besitzen, dazu kommen, dass die Duldung erlischt, wenn diese das Bundesgebiet verlassen, so dass die Wiedereinreise eine unerlaubte Einreise darstellt. Diese Rahmenbedingungen sind bei der Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen zu berücksichtigen.

Um die Straßenbaustelle (Abschnitt C5) an der Banker-Feld-Straße erreichen zu können, bevor die Abschnitte C1-C4 fertigstellt sind, müsste eine ca. 1.100 m lange Baustellenerschließung über die heute landwirtschaftlichen Flächen beiderseits der Horbacher Straße gelegt werden.

Sinnvollerweise sollte diese Baustellenerschließung dann zum einen auf Flächen im Eigentum der Stadt Aachen geplant werden und zum anderen dort verlaufen, wo auch im späteren Wohngebiet eine Straße vorgesehen ist. Zweckmäßig ist es in diesem Zusammenhang, den für das Wohngebiet erforderlichen Schmutzwasserkanal vorab in dieser Baustraße zu verlegen. Diese müssten bei der Vergabe der anstehenden Planungsleistungen ggf. zusätzlich mit aufgenommen werden.

Knotenpunkt Banker-Feld-Straße

Für den Knotenpunkt Banker-Feld-Straße wurden durch das Ingenieurbüro Berg aus Aachen verschiedene Varianten (Kreisverkehr und versetzte Einmündungen) ausgearbeitet und bewertet. Bei diesem Knotenpunkt war zunächst ein Kreisverkehr geplant, aufgrund der Sorge vor Schleichverkehr in Richtung Bank bzw. Richterich wurde in der Vergangenheit neben der Unterbrechung der Banker-Feld-Straße auch eine versetze Einmündung diskutiert. In der Sitzung wird mündlich zum Stand der Planung berichtet.

Planung Radschnellweg

Inzwischen sind die zur technisch-umweltfachlichen Linienfindung notwendigen Unterlagen fast fertig. Sobald sie vollständig sind, wird das Verfahren durch den Landesbetrieb Straßen NRW eröffnet.

Mit dem Landesbetrieb Straßen NRW wurde inzwischen die Frage der OD-Grenze im Bereich der Haupterschließung erneut besprochen. Der Radschnellweg bleibt damit vom Roder Weg kommend bis hinter der Unterquerung der Haupterschließung in der Baulast der Stadt Aachen, die damit die Planungshoheit in diesem Bereich behält.

Die Verwaltung hat Vorbereitungen getroffen, um nach dem Erhalt der Förderbewilligung für die anstehenden Planungsleistungen durch die Bezirksregierung so bald wie möglich weitere Planungsleistungen vergeben zu können.

Abstimmungen mit der Deutschen Bahn

Der Entwurf der Planungsvereinbarung befindet sich im Abstimmungsprozess, der durch die DB Netz überarbeitete korrigierte Entwurf liegt der Verwaltung vor und ist in Bearbeitung. Im Rahmen der Abstimmungsgespräche hat die DB die bislang hier vorliegende Kostenannahme angepasst. Angenommen werden nun auf der Basis des von der DB angegebenen Kostenrahmens Kosten von3.649.800 € für die Bahnquerung

  1. Antrag Nr. 106

Die Energieversorgung des geplanten Wohngebietes ist seit Beginn der Planung in engem Kontakt mit der STAWAG diskutiert worden. Der vorliegende Antrag ist bekannt. Da zunächst die Planungen für die Haupterschließung vorangebracht werden sollen, und die Umsetzung der Wohnbebauung anschließend erfolgen wird, können derzeit noch keine konkreten Aussagen zur Wärme- bzw. Kälteversorgung getroffen werden. Die Zusammenarbeit mit Mijnwater und die Nutzung des Grubenwassers sind dabei innerhalb der STAWAG auch im Blickfeld.

Der Antrag Nr. 106 gilt damit als behandelt.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Antrag_lfdNr106
619.9 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2020-03-09 FB 61_1399_WP17 Umsetzung der Rahmen SAO.pdf

20.11.2024

853.6 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 7
Sitzung
---ACHTUNG, geänderter Sitzungsort!--- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 13.05.2020
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
17.2.2026
Inhalt abgerufen
17. Februar 2026 um 22:44

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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