KiTa-Messenger – Entwicklung einer App für Kindertageseinrichtungen
FB 45/0760/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Weiler, Abteilung KiTas und Tagespflege, stellt anhand einer Power-Point-Präsentation (siehe Anlage) den KiTa-Messenger vor.
Herr Deloie dankt Frau Weiler für die Ausführungen und hofft, dass die App das Potenzial habe, den Alltag in Kitas zu erleichtern. Er empfiehlt, die Thematik frühestmöglich in den Haushaltsberatungen zu platzieren und im Rahmen der technischen Ausstattung auch das Personal in den KiTas einzugewöhnen und zu schulen. Er erkundigt sich danach, ob in die App bereits bestehende Dienste anderer Träger mit implementiert werden könnten, beispielsweise Schnittstellen zum Programm Kita-Plus oder die Darstellung von Angeboten aus dem Sportbereich. Bei Letztgenanntem könnte der Einbezug des Stadtsportbundes sinnvoll sein. Gegebenenfalls könnte die Kompetenz des Sportausschusses hierfür genutzt werden, welcher die Sportangebote und Vereine koordiniere.
Frau Weiler dankt Herrn Deloie für den Hinweis. Es sei geplant, auch Angebote der Familienzentren und anderer Förderprojekte mit einzubauen. Aktuell werde der Rahmen für eine gelingende Umsetzung gesetzt. Eine Schnittstelle zum Programm Kita-Plus könne durchaus sinnvoll sein, allerdings müsse vorab geprüft werden, ob und an welchen Stellen tatsächlich Synergien geschaffen werden könnten. Insgesamt werde ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt.
Herr Paul schließt sich dem Dank an. Seiner Ansicht nach sei eine solche App für den Kita-Alltag lohnenswert und praktisch. So könnten Eltern beispielsweise eine kurze Information an das Betreuungspersonal geben, für den Fall, dass sie ihr Kind nicht zur vereinbarten Zeit abholen könnten. Auch eine Vernetzung der Eltern untereinander könne gefördert werden. Gleichzeitig seien jedoch auch immer die Vorgaben des Datenschutzes zu beachten. Er gibt weiterhin zu bedenken, ob die gesetzte zeitliche Schiene von 10 Monaten für die technische Umsetzung nicht zu ambitioniert sei. Er wünscht Frau Weiler viel Erfolg für das weitere Vorgehen und sei gespannt auf die Entwicklung.
Frau Scheidt greift den Hinweis zum Thema Datenschutz auf und betont dessen Wichtigkeit, da eine Vielzahl an Personen und Institutionen einen Zugriff auf die App erhalten würden. Hier müssten die sensiblen Daten der Kinder und Familien geschützt werden. Gleichzeitig behalte der persönliche Kontakt zwischen Betreuungspersonal und Familie einen hohen Stellenwert, besonders vor dem Hintergrund des Erkennens von Kindeswohlgefährdungen. Daher warne sie davor, dass dieser Kontakt durch die App nachrangiger würde. Sie bittet um eine umfassende Begleitung des pädagogischen Personals und der Eltern. Für die technische Umsetzung sei eine Schulung des Personals zwar erforderlich, allerdings bittet sie die Verwaltung um Prüfung, ob das Personal für die Schulung freigestellt werden könnte, um die bereits bestehende Belastung in den Kitas nicht zu erhöhen. In diesem Zusammenhang regt sie den Einbezug des Personalrates an. Ebenso müsse die Nutzung der App engmaschig betreut werden. Sie bittet daher um einen Sachstandsbericht in einer der nächsten Ausschusssitzungen. Weiterhin erkundigt sie sich danach, ob das Projekt wissenschaftlich begleitet werde.
Frau Weiler bestätigt dies. In der letzten Projektphase finde eine Begleitforschung statt und es würden Kennzahlen zur Prüfung der Umsetzung entwickelt. Sie erläutert, dass den Datenschutzanforderungen Rechnung getragen würde, der städtische Datenschutzbeauftragte sei von Beginn an involviert gewesen. Die beiden wichtigen Bausteine Authentifizierung und Kinderschutz erhielten einen großen Raum. Durch die App werde eine Entlastung für das pädagogische Personal in ihrem Alltag erhofft, indem Prozesse vereinfacht würden. Dies würde zunächst aufgrund der Schulungen und der Umstellung einen höheren Aufwand bedeuten. Sie sichert zu, nach den ersten Erfahrungen einen Bericht in den Ausschuss einzubringen.
Herr Pauls schließt sich den Bedenken von Frau Scheidt an. Der persönliche Kontakt zwischen dem pädagogischen Personal und den Familien sei nicht zu unterschätzen. Besonders informelle Gespräche seien von großem Nutzen. Er befürchte, dass durch die App eine Anonymität geschaffen werde.
Frau Weiler unterstützt die Wichtigkeit des persönlichen Kontakts. Durch die digitale Kommunikation sollten lediglich organisatorische Aspekte ausgelagert werden wie beispielsweise Terminkoordinationen oder kurze Informationen. Somit könne der persönliche Austausch die relevanten Aspekte in den Fokus nehmen.
Frau Schwier ergänzt, dass die Verwaltung derzeit mit mehreren Projekten im Rahmen des Gesamtprojektes „Digitale Modellregion“ unterwegs sei. Herr Stärk sei als städtischer Datenschutzbeauftragte in sämtlichen Projekten eingebunden. Gleichzeitig erfordere die heutige Gesellschaft ebenfalls ein digitales Angebot und die Verständigung über digitale Plattformen, wobei die physische Begegnung nicht ersetzt werden könne und dürfe. Vielmehr würden digitale Plattformen Raum schaffen, da ein organisatorischer Austausch schnell und unkompliziert erfolgen könne. In der vergangenen Woche sei das Ferienspielportal online geschaltet worden, was die Familien ebenfalls entlaste.
Herr Paul unterstützt die Ausführungen von Frau Schwier. Die Bündelung organisatorischer Informationen in einer App unter Einhaltung des Datenschutzes sei aus seiner Sicht für alle Beteiligten entlastend. Er sei zudem optimistisch, dass sowohl das pädagogische Personal als auch die Eltern differenzieren könnten, in welchen Situationen der persönliche Kontakt dem digitalen vorzuziehen sei.
Herr Janeczek bekräftigt, dass die Entwicklung und Umsetzung einer solchen App enorm zeitaufwendig sei und die angesetzten 10 Monate zu knapp bemessen seien.
Herr Krott dankt den Ausschussmitgliedern für ihre Hinweise. Er hält fest, dass der Ausschuss die App zwar kritisch begutachte um keine pädagogischen Prinzipien auszuhebeln. Andererseits werde aber auch das Potenzial gesehen und die damit verbundene Chance, Dienstleistungen und Informationsflüsse zu verbessern. Von Vorteil sei, dass im Prozess auch Kita-Leitungen und Fachkräfte eingebunden seien und somit ihre Erfahrungen aus der Praxis einbringen könnten.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen zum Förderprojekt „KiTa-Messenger“, welches im Rahmen der „Digitalen Modellregionen“ durchgeführt wird, zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Projektkontext
Im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Modellregionen in NRW“ fördert das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie die Realisierung des Projektes „KiTa-Messenger“. Um die Digitalisierung in den Kommunen voranzutreiben, stellt das Land NRWfünf Modellkommunen (Aachen, Gelsenkirchen, Paderborn, Soest und Wuppertal) insgesamt ca. 91 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Ziel ist es, innovative Ansätze im Bereich eGovernment und digitale Stadtentwicklung zu entwickeln, Erfahrungen untereinander auszutauschen und anschließend Best Practices auf andere Kommunen zu übertragen.
- Projektziele
Im Rahmen des Projektes wird eine App für Kindertageseinrichtungen entwickelt, welche
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert,
- den Informationsfluss zwischen Kita-Personal und Eltern vereinfacht sowie
- Eltern dabei unterstützt, ihre Kinder gezielt in der Entwicklung zu fördern.
Mittels des Moduls „Kinderbetreuung“ können Eltern flexibel ihre Kinderbetreuung außerhalb der herkömmlichen Kita-Öffnungszeiten organisieren, indem sie auf das vertrauenswürdige Elternnetzwerk der Kita zurückgreifen.
Das zweite Modul „Information- und Kommunikation“ ermöglicht eine strukturierte und datenschutzkonforme Kommunikation zwischen Eltern und dem Kita-Personal sowie eine zeitnahe Verfügbarkeit von relevanten Informationen.
In dem dritten Modul werden „Sport- und Bildungsangebote“ unterschiedlicher Anbietergebündelt und transparent dargestellt, sodass Eltern mittels einer detaillierten Suchmaske das passende Angebot schnell auffinden können.
Die Innovation des „KiTa-Messengers“ liegt in der engen Verzahnung der drei Bereiche. Die flexiblere Abdeckung von zusätzlichem Betreuungsbedarf, die verbesserten Informations- und Kommunikationsprozesse sowie mehr Transparenz hinsichtlich verfügbarer Sport- und Bildungsangebote erleichtern den Alltag vieler Familien und Erzieher. Dadurch werden wertvolle Freiräume für die Arbeit mit den Kindern geschaffen.
- Projektvorgehen
Das Förderprojekt ist am 01.01.2020 gestartet. Die App-Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit drei städtischen Pilot-Kindertageseinrichtungen (An der Rahemühle, Franz-Wallraff-Str., Johanniterstr.) der Stadt Aachen.
Während der Projektlaufzeit von 24 Monaten werden folgende Meilensteine anvisiert:
M1 Bedarfsanalyse - August 2020
M2 Technische Umsetzung – April 2021
M3 Technische Ausstattung der Kitas (u.a. Tablets in Gruppenräumen) – März 2021
M4 Schulung der Kitas – September 2021
M5 Testphase – Oktober 2021
M6 Produktivsetzung der App, Feedback & Begleitforschung – Oktober/Dez 2021
Begleitend zum Projekt „KiTa-Messenger“ konzipiert das Medienzentrum mit den drei Pilot-Kitas individuelle Medienkonzepte sowie im Anschluss einen Medienentwicklungsplan.
- Finanzierung
Die Kosten für die Durchführungdes Förderprojektes belaufen sich auf schätzungsweise 427.090,52 Euro. Im Rahmen des Programms „Digitale Modellregionen in NRW“ fördert das Land NRW das Projekt „KiTa-Messenger“ mit 80%; der Eigenanteil von 20% wird von der Stadt Aachen getragen.
- Aktueller Projektstatus
Das Projekt „KiTa-Messenger“ befindet sich momentan in der Bedarfsanalyse. Aufbauend auf einer Organisationsanalyse werden derzeit mit den drei Pilot-Kitas diverse Workshops zur konkreten Ausgestaltung der App-Funktionalitäten durchgeführt. Begleitend finden Abstimmungen zu bestimmten Fokusthemen (u.a. Datenschutz, Kinderschutz) statt. Sobald der technische Dienstleister unter Vertrag genommen wurde, unterstützt der Dienstleisterbei bestimmten Fokusthemen (u.a. Rollen- & Berechtigungskonzept, Oberfläche & Funktionen) mit seiner technischen Expertise. Aufbauend auf dem erfassten Anforderungsprofil wird das Pflichtenheft für die technische Umsetzung erstellt.
- Projektausblick
Im Rahmen des Förderprojektes wird die App „KiTa-Messenger“ in drei Pilot-Kitas eingeführt. Nach erfolgreichem Projektabschluss wird angestrebt, die App sukzessive in weiteren Kitas der Stadt Aachen auszurollen. Die sukzessive Einführung der App in weiteren Kitas ist jedoch von der Verfügbarkeit der finanziellen Mittel seitens der Stadt Aachen abhängig.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 99340
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=99340
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-05-14 FB 45_0760_WP17 KiTa-Messenger _ Ent SAO.pdf
15.11.2024
135.3 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 8
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 09.06.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 17.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 17. Februar 2026 um 22:54
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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