Ratsantrag Nr. 005/19 der Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN - Blühende Zukunft: FLIP-Flächen dauerhaft sichern, Artenvielfalt erhalten
Inhalt
Beratungsfolge
Erläuterungen
Blühwiesen statt Rasenflächen: Wie das FLIP-Projekt die Artenvielfalt in Aachen fördert und warum diese Flächen jetzt dauerhaft gesichert werden sollen.
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Beschlussvorschlag
Der Betriebsausschuss beschließt den dauerhaften Erhalt und die extensive Pflege der Blühwiesen, die im Rahmen des FLIP-Projektes auf öffentlichen Flächen entstanden sind. DerRatsantrag005/19 vom 02.12.2025
ist damit erledigt.
Erläuterungen
Im April 2020 startete das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz geförderte FLIP-Projekt (Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten) mit den folgenden Projektpartnern: dem Institut für Umweltforschung der RWTH Aachen University, dem Lehrstuhl für Communication Science der RWTH Aachen University, dem Fachbereich Klima und Umwelt der Stadt Aachen, der Städteregion Aachen mit dem Bildungsbüro und der Abteilung Naturschutz, Landschaftspflege, Jagd und Fischerei, dem Aachener Stadtbetrieb (Grünflächen- und Friedhofswesen) und dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe.
Im Ergebnis kann nach sechs Jahren Projektlaufzeit festgehalten werden, dass die Anlage von Wiesenflächen und die Umwandlung von artenarmen Mährasen in regionaltypische, artenreiche Wildpflanzen-Wiesen auch auf den nährstoffreichen Standorten erfolgreich war. Die Wiesenflächen (insgesamt ca. 27.000 qm auf öffentlichen Grünflächen) haben sich gut bis sehr gut entwickelt. Auf allen Flächen hat sich die Wiesenvegetation nach der Anlage etabliert und somit ein Zugewinn an Biodiversität stattgefunden. Positive Effekte auf die Biodiversität bei der Gruppe der Insekten zeichnet sich zu diesem Zeitpunkt bei den blütenbesuchenden Schwebfliegen und Wildbienen ab. Auf einer der FLIP-Wiesenflächen (Wiese im Kurpark), die Gegenstand des faunistischen Monitorings ist, hat sich bereits eine für artenreiche Wiesen typische Spinnenfauna eingestellt.
Die Wiesen, die im FLIP-Projekt angelegt wurden, zählen geobotanisch zu den Glatthaferwiesen und damit zum sogenannten artenreichen Grünland. Für diese Biotop-Typen können folgende Ökosystemleistungen genannt werden:
• Beim Lebensraum „Wiese“ handelt es sich um in der Landschaft großflächig ausgestorbene Lebensräume
• Wiesen können bei entsprechender Verteilung im Siedlungsraum für eine Durchgängigkeit in der Landschaft im Sinne von Trittstein-Biotopen für die Tierwelt sorgen.
• Wiesen sind Lebensraum einer Vielzahl an Tieren, „Hot Spot“ der faunistischen Biodiversität auch durch die Belebung des Bodens und damit der Förderung der Boden-Fauna.
• Die tiefe und diverse Durchwurzelung des Bodens sorgt zudem für eine verbesserte Wasserrückhaltung.
• Die oberirdische Biomasse von Wiesen verhindert die Austrocknung des Bodens und sorgt für eine deutlich stärkere Abkühlung der Luft in der Nacht im Vergleich zu Rasenflächen. Dieser Aspekt kommt vor allem im Siedlungsraum zum Tragen.
• Langgraswiesen sind in der Lage CO2 im höheren Maße zu binden als Scherrasen.
In den ersten Jahren der Wiesen-Etablierung (durch Einsaat oder Pflegeumstellung) verändert sich der Standort stetig, solange, bis sich eine standortgerechte Pflanzenzusammensetzung eingefunden hat. Ab diesem Zeitpunkt stellt der Lebensraum Wiese bei entsprechender Pflege ein stabiles und dauerhaftes Biotop dar.
Mit zunehmendem Alter gewinnt der Lebensraum also an Qualität in Bezug auf Biodiversität und Ökosystemleistungen.Den höchsten Umwandlungserfolg und ökologischen Zugewinn haben im Projekt FLIP - Stand März 2026 - innerstädtische Zierrasen.
Die Akzeptanz der Wiesen in der Bevölkerung ist während der Projektlaufzeit v.a. durch verschiedene Informationsformate stetig gestiegen, was die Ergebnisse des sozio-psychologischen Monitorings deutlich zeigen.
Die Wiesenstandorte werden teilweise für naturpädagogische Schulveranstaltungen genutzt. 50Wiesenexkursionen pro Jahr werden über das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen organisiert
(2026 bereits ausgebucht) und durch die Aachener Stiftung Kathy Beys für die nächsten drei Jahre finanziert werden (https://www.staedteregion-aachen.de/de/navigation/aemter/bildungsbuero-a-43/flip-wiesenexkursionen).
Kosten der Wiesenpflege:
Die Pflege der Langgraswiesen erfolgt mit eigens im Projekt angeschafften Geräten durch eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr mit anschließendem Entfernen des Mahdguts. Der Aachener Stadtbetrieb hat die Kosten für die Pflege der Langgraswiesen erhoben. Sie beziehen sich auf das Jahr 2025.
Die Pflegekosten belaufen sich im jährlichen Durchschnitt auf 0,36 Euro pro Quadratmeter.
Hinzu kommen Entsorgungskosten je Pflegegang von durchschnittlich 0,06 Euro pro Quadratmeter.
Diese Größe ist allerdings sehr variabel, da sie witterungsabhängig ist: in regenreichen Jahren mit viel Aufwuchs, ist entsprechend viel Biomasse zu entsorgen, während in trockenen Jahren sehr viel weniger Grasschnitt zur Entsorgung anfällt.
Dem gegenüber steht die Rasenflächenpflege von Gebrauchsrasen in Parkanlagen. Für den Aachener Stadtbetrieb steht die für 2019 erhobene Kennzahl von 0,90 Euro pro Quadratmeter und Jahr zum Vergleich zur Verfügung. Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass die Pflege von Langgraswiesen im Vergleich zu Scherrasen weniger als die Hälfte der Kosten verursacht. Die Kosten für die einmalige Neuanlage einer Langgraswiese sind dabei nicht berücksichtigt.
Die Möglichkeiten der Etablierung einer Langgraswiese erstrecken sich von einer Änderung des Mahd-Rhythmus und Nutzung des in der Fläche vorhandenen Artenpotenzials bis zum Abtragen oder Umfräsen des Oberbodens mit anschließender Neueinsaat mit regionalem Saatgut. Entsprechend unterschiedlich hoch sind die Kosten für eine Neuanlage einer Langgraswiese anzusetzen.
Verstetigung der FLIP-Flächen und Erweiterung der Flächen mit Langgraswiesen
Aufgrund der positiven Erfahrungen im Projekt und der wissenschaftlichen Grundlagen, die zum jetzigen Zeitpunkt vorliegen, wird der Aachener Stadtbetrieb die weitgehende Beibehaltung der im Projekt etablierten Wiesenstandorte und die weitere Ausdehnung derartiger Lebensräume im Siedlungsraum vorsehen.
Weitere Flächen mit eingesäten Glatthaferwiesen sind 2025 auf den bezirklichen Friedhöfen hinzugekommen
und es werden 2026 weitere Flächen auf den innerstädtischen Friedhöfen etabliert.
Einzelne kleinere FLIP-Flächen werden aufgrund ihrer geringen Größe, der starken Müllbelastung und damit schlecht durchzuführenden Pflege als Langgraswiese (Fläche im Kennedypark und am Nachtigallenweg) oder aufgrund des starken Gefälles (Fläche am Nordbahnhof) genauer beobachtet, arbeitstechnisch beurteilt und evtl. aus dem Langgraswiesenprogramm herausgenommen.
Zur Pflege von kleineren Wiesenflächen wurde Ende 2025 ein Heuschieber angeschafft, der die Aufnahme von Mahdgut auf kleineren Flächen, die nicht mit dem Ladewagen befahrbar sind, erleichtern soll.
Weitere Informationen
www.flip-wiesen.de
Publikationen:
https://www.comm.rwth-aachen.de/go/id/plge/file/989513
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen:
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Keine
Klimarelevanz:
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | x | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | |
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Betroffene Straßen
Straßen, die im Text dieser Vorlage erwähnt werden.
1 Straße
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Auch: Glatthaferwiesen Aachen, Wildblumenwiesen
Kategorien
Schlagworte
Betroffene Gruppen
Handlungstyp
FörderungVerfahrensstand
Umsetzung beschlossenModell: mistral-large-latest | Extrahiert: 5.4.2026
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- E 18 - Aachener Stadtbetrieb
- Geändert
- 1.4.2026
Technische Details
ID: 1007472
Allris:https://ratsinfo.aachen.de/public/vo020?VOLFDNR=1007472
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/papers?id=1007472