Wirtschaftsplan für den Kulturbetrieb E 49 für das Wirtschaftsjahr 2014
E 49.5/0101/WP16 · Anhörung
Beratung
Ratsherr Müller erklärt als Vorsitzender der Fraktion Die Linke, dass diese sich enthalten werde. Grund hierfür sei, dass in dem Wirtschaftsplan das gesamte Kostenrisiko für dasKarlsjahr 2014 eingearbeitet worden sei, obwohl der Rat der Stadt imDezember 2011 die Festlegung eines eigenen Haushaltspostens beschlossen habe. Zudem seien im Hauptausschuss falsche Zahlen präsentiert worden. Es sei berichtet worden, dass der Kulturbetrieb mit insgesamt 300.000 Euro belastet werde, während im Wirtschaftsplan jedoch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 470.000 eingerechnetworden sei.
Bürgermeisterin Dr. Schmeerberichtet als Vorsitzende des Betriebsausschusses Kultur, dass dieser dem Rat der Stadt den Wirtschaftsplan einstimmig zurFeststellung empfohlen habe.
Der Kulturbetrieb leiste zurzeit eineenorme Arbeit hinsichtlich der Fertigstellung und Füllung des Centre Charlemagne undder Vorbereitung des städtischen Anteils an den Karlsausstellungen. Dafür habe er großes Lob verdient.
Ratsherr Pilgram, Fraktion Die Grüne, definiert den Wirtschaftsplan eines Eigenbetriebes als Arbeitsgrundlage. Zurückhaltung sei hier fehl am Platz.
Der Kulturbetrieb leiste hervorragende Arbeit, bedenke man vor allem gemessen an den vielen zu unterhaltenden Untereinheiten wie bspw. den Museen, dem Stadtarchiv, den Bibliotheken oder der Puppenbühne, dass die Stadt den dem Kulturbetrieb jährlich zur Verfügung gestellten Zuschuss lediglich marginal und auch nur aufgrund tariflich bedingter Erhöhungen oder der Schaffung neuer Einrichtungen, wie dem Centre Charlemagne, aufstocken musste. Aus diesem Budget heraus auch noch einen Konsolidierungsbeitrag erbringen zu können, sei eine Leistung, die kaum jemand vorzuweisen im Stande sei. Nichtsdestotrotz gebe es auch hier das Problem, dass einzelne Geschäftsbereiche, insbesondere die Museen, ihre Budgets zu Lasten anderer Geschäftsbereiche überschreiten, weshalb die internen Budgets noch einmal unter die Lupe zu nehmen seien. Würden diese Geschäftsbereiche kostendeckend arbeiten, sei es aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein Problem für den Kulturbetrieb, Zuschüsse in die freie Kultur zu geben, die ebenfalls einen hohen Bedarf habe. Als Beispiel zu nennen sei hier das DAS DA-Theater, welches erst kürzlich darauf hingewiesen habe, noch nicht einmal Mindestlöhne zahlen zu können. In der Folge bestehe sowohl hier als auch hinsichtlich der Situation der Museen Beratungsbedarf für den Betriebsausschuss Kultur. Die alleinige Verbesserung der Eingangsbereiche der städtischen Häuser helfe allenfalls bei der Beseitigung der Symptome, sei aber keine Basis für eine Problemlösung. Insofern sei eine Strukturkommission, die sich explizit und dezidiert mit den Problemen der Häuser auseinandersetze, eine gute Maßnahme, die auch beim Theater zum Erfolg geführt habe.
Ratsfrau Reuß, SPD-Fraktion, schließt sich dem Lob ihrer Vorredner für den Kulturbetrieb vollumfänglich an. Der Effekt aus dem seinerzeit installierten Betrieb sei eine sehr lebendige und breit gefächerte Kulturszene in Aachen, die sich zudem durch Wirtschaftlichkeit auszeichne. Die Haltung der Fraktion Die Linke sei daher kaum nachvollziehbar. Der Betrieb brauche Rechtssicherheit, um in das Karlsjahr einsteigen zu können. Das Thema sei hier durchaus richtig angesiedelt, wenngleich man den Kulturbetrieb das damit verbundene Risiko nicht alleine tragen lassen dürfe.
Was die Strukturkommission angehe, so habe diese sicherlich beim Stadttheater Erfolg gehabt, allerdings handele es sich hier um einen Prozess, der zunächst intern besprochen werden sollte. Hierfür sei auch wichtig zu wissen, in welche Richtung man zu gehen gedenke.
Ratsherr Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, bestreitet Bezug nehmend auf den Redebeitrag von Ratsherrn Pilgram, nicht zur Arbeit des Kulturbetriebes zu stehen. Dies sei selbstverständlich nicht der Fall. Der Kulturbetrieb selbst wie auch die vielfältigen Kulturinitiativen in der Stadt leisten hervorragende Arbeit. Um dies zu bewahren, wolle man den Kulturetat nicht mit dem Finanzrisiko des Karlsjahres belasten, was die Fraktion heute mit der Enthaltung zum Wirtschaftsplan deutlich mache.
Ratsfrau Crumbach-Trommler erklärt stellvertretend für die FDP-Fraktion, dass diese dem Wirtschaftsplan zustimmen werde, wenngleich auch sie kritisiere, dass für das Karlsjahr keine eigene Haushaltsstelle existiere. Diese Belastung sei für den Kulturbetrieb, der hervorragende Arbeit leiste, nicht tragbar. Entsprechend müsse hier ausreichende Unterstützung vorhanden sein.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag Betriebsausschuss Kultur:
Der Betriebsausschuss Kultur empfiehlt dem Rat der der Stadt Aachen, den Wirtschaftsplan für den Kulturbetrieb E 49 für das Wirtschaftsjahr 2014 in der vorliegenden Fassung zur Beschlussfassung.
Beschlussvorschlag Rat:
Der Rat der Stadt Aachen stellt den Wirtschaftsplan für den Kulturbetrieb E 49 für das Wirtschaftsjahr 2014 in der vorliegenden Fassung fest.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Gemäß § 14 der Satzung für die Eigenbetriebsähnliche Einrichtung „Kulturbetrieb der Stadt Aachen“ vom 14.02.2007 wird der Wirtschaftsplan für das kommende Wirtschaftsjahr dem Betriebsausschuss Kultur bis spätestens 30.11. des laufenden Wirtschaftsjahr zur Beratung vorgelegt und im Anschluss dem Rat der Stadt Aachen zur Feststellung zugeleitet.
Der Wirtschaftsplan, bestehend aus Erfolgsplan, Vermögensplan und Stellenübersicht, ist somit fristgerecht vorgelegt worden.
Der Wirtschaftsplan 2014 weist einen Zuschussbedarf des Rechtsträgers in Höhe von
16.472.600 Euro aus.
Hierzu ist folgendes anzumerken:
Ein jährlicher Konsolidierungsbeitrag in Höhe von 200.000 Euro wurde eingerechnet.
Dieser wird den einzelnen Geschäftsbereichen anteilig angerechnet.
Tarifentgelterhöhungen für die Beschäftigten wurden laut Schreiben des FB 20 vom 29.04.2013 für das Jahr 2014 mit einem Prozentsatz von 2% fortgeschrieben.
Die Anpassung der Dienstbezüge und Pensionsrückstellungen für die Beamten wurde gemäß Schreiben des FB 20 vom 25.04.2013 mit einer Summe in Höhe von 73.800 Euro für das Jahr 2014 in den Zuschuss eingerechnet.
Da eine Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 14.12.2011zumKarlsjahr 2014nicht vorgenommen wurde, wurden die Mittel für das Karlsjahr in Gänze in den Wirtschaftsplan eingerechnet.
Zu berücksichtigen ist, dass ein Betrag in Höhe von 470.000 Euro in den Rücklagen des E 49 aus den Vorjahren enthalten ist.
Der Umzug des Stadtarchivssowie die Erweiterung der Route Charlemagne um das Centre Charlemagne bedingt erhöhte Betriebs- und Mietkosten.
Diese sind in den Zuschuss eingerechnet.
Da die Entscheidung für die Kulturhauptstadt 2018 nicht zu Gunsten von Maastricht und der Euregio gefallen ist, reduziert sich der Zuschuss an E49 für die Jahre 2014-2017 um jährlich 150.000 Euro. Im Entwurf des städtischen Haushalt 2014 wurden die entsprechenden Mittel gestrichen.
Die Abrechnung der bisherigen Ausgaben im Rahmen von Interreg-Mitteln steht noch aus.
Folgende Positionen wurden nicht in den Zuschuss des Rechtsträgers berücksichtigt:
- Versicherung der Archivalien des Stadtarchivs.
Die Kosten hierfür belaufen sich auf 25.000 Euro, die E 49 nicht zur Verfügung stehen. - Restaurierung der von den Bürgern am stärksten nachgefragten Standesamtsurkunden. Hierfür meldet das Stadtarchiv Projektmittel in Höhe von 165.000 Euro (verteilt auf 3,5 Jahre an). Vorsorglich wird dieser Betrag hier bereits genannt.
Er wird für den Haushalt 2015 angemeldet werden. - Mit Eingliederung der Stadtbibliothek in den Kulturbetrieb zum 01.01.2009 sind im Zuschussbetrag Mittel für Pensionsrückstellungen und Beihilferückstellungen in Höhe von insgesamt ca. 113.000 Euro nicht berücksichtigt.
Hier besteht Klärungsbedarf mit dem FB 20. - Die Umstellung der IT auf Windows 8 bedingt jährliche Folgekosten in Folge des Leasings in Höhe von ca. 60.000 Euro.
Hierzu erfolgte keine Zuschusserhöhung. Die Mittel müssen aus dem Wirtschaftsplan des E49 gedeckt werden.
Weitere Dokumente (4)
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Technische Details
ID: 60051
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=60051
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 12
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Aachen
- Gremium
- Rat der Stadt Aachen
- Datum
- Mi., 20.11.2013
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Anhörung
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Anhörung
- Federführend
- Kulturservice
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 20:55