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Pflege der deutschen Sprache in Aachener Verwaltunghier: Ratsantrag Nr. 15/17 der AfD-Gruppe vom 13.09.2014

FB 01/0033/WP17 · Kenntnisnahme

Pflege der deutschen Sprache in Aachener Verwaltunghier: Ratsantrag Nr. 15/17 der AfD-Gruppe vom 13.09.2014

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Ratsherr Mohr, AfD, zeigt sich überrascht von den Ausführungen der Verwaltung und begründet noch einmal ausführlich den Antrag der AfD-Gruppe, in dem gefordert werde, zukünftig auf unnötige englischsprachige Begriffe zu verzichten. Die Behauptung der Verwaltung, es gäbe keinen Zuwachs an Anglizismen, sei schlichtweg falsch und unwissenschaftlich. Was den Gebrauch der deutschen Sprache angehe, solle die Verwaltung als gutes Vorbild wirken. Er zitiert Begriffe aus der Haushaltssatzung und von den städtischen Internetseiten und betont, die Stadt habe es nicht nötig, durch den Gebrauch von englischen Begriffen den Anschein von Weltoffenheit zu erwecken. Er bittet die Ratsmitglieder, gemeinsam mit der AfD-Gruppe, die Vorlage der Verwaltung abzulehnen.

Der Oberbürgermeister erklärt, die Art, wie Ratsherr Mohr über die Vorlage gesprochen habe, sei nicht angemessen. Die zitierten Beispiele aus dem Marketing der Stadt zielten bewusst auf Touristen und englischsprachige Studierende, die man sehr gerne in Aachen habe, ab.

Die Ratsherren Baal, CDU, Schultheis, SPD, und Biesing, DIE LINKE, erklären, dass ihre Fraktionen für die Verwaltungsvorlage stimmen werden.

Beschluss

Der Rat der Stadt nimmt die Ausführungen der Verwaltung bei drei Gegenstimmen zustimmend zur Kenntnis. Der Ratsantrag Nr. 15/17 gilt damit als behandelt.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Der Ratsantrag Nr. 15/17 gilt damit als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Der Antrag der AfD-Gruppe zielt darauf ab, im verwaltungsseitigen Sprachgebrauch zukünftig auf „unnötige englischsprachige Begriffe zu verzichten“ und fordert „entsprechende Arbeitsanweisungen in der Aachener Verwaltung“.

Die im Antrag der AfD-Gruppe behauptete „zunehmende Abkehr von der deutschen Sprache“ in städtischen Einrichtungen kann von der Verwaltung nicht festgestellt werden. Belege für die Behauptung werden nicht beigebracht. Dem gegenüber stellt die Verwaltung fest, dass die deutsche Sprache Amtssprache ist und bleibt.

Der Antrag strebt einen Sprachpurismus durch eine Regulierung der Sprache an. Aufgrund der Lebendigkeit von Sprache, des ständigen Veränderns von Kommunikationsweisen in einer Gesellschaft und der Eigengesetzlichkeit des Sprachwandels lässt sich diese Zielsetzung allerdings durch Maßnahmen der Reglementierung nicht erreichen. Die Geschichte der Entwicklung von Sprachen hat immer wieder gezeigt, dass es durch Aufnahme von Fremd- und Lehnwörtern zu einer Erweiterung des Wortschatzes von Sprachen kam, ohne dass damit Verfall oder Niedergang einer Sprache eingeleitet wurden. Die Klage über einen angeblich übermäßigen Anglizismengebrauch im Deutschen lässt grundlegende Erkenntnisse der Sprachwissenschaft außer Acht.

Vor diesem Hintergrund sieht die Verwaltung es nicht als ihre Aufgabe an, Sprache und Kommunikation der Bürgerinnen und Bürger bevormundend zu regeln, auch nicht innerhalb der Verwaltung. Sie anerkennt vielmehr die Tatsache, dass eine lebendige Sprache sich beständig wandelt und auch Einflüsse von anderen Sprachen aufnimmt. Begrifflichkeiten wie „Immobilienmanagement“ können nur in umständlicher Weise in eine deutsche Begrifflichkeit übertragen werden und müsste in diesem Fall etwa „verwaltungsgemäße Handhabung unbeweglicher Sachgüter“ heißen. Dies würde von vielen als ein engstirniger sprachpolitischer Eingriff aufgefasst werden.

Als Wissenschaftsstadt ist die Stadt Aachen zudem gehalten anzuerkennen, dass die englische Sprache im internationalen Bereich die Wissenschaftssprache ist. Der Förderung der Kenntnisse dieser Sprache wie überhaupt der Förderung von Mehrsprachigkeit ist aus Sicht der Verwaltung der Vorzug vor unrealistischen sprachpuristischen Reglementierungen zu geben, die zudem den Eindruck einer deutschtümelnden Selbstprovinzialisierung einer bisher weltoffenen Stadt erzeugen können. Die Verwaltung sieht deshalb von den im Antrag vorgeschlagenen Maßnahmen ab.

Abstimmungsergebnis

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Technische Details

Hauptdokument

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Metadaten

TOP
Ö 42
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Aachen
Gremium
Rat der Stadt Aachen
Datum
Mi., 10.12.2014
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 01 - Fachbereich Verwaltungsleitung, Grundsatz und Dialog
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 18:41