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Fortführung des Fanprojekts Aachen in 2015 bis 2017

FB 45/0052/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Ratsherr Schultheis, SPD-Fraktion, nimmt wegen Befangenheit nicht an der Beratung dieses Tagesordnungspunktes teil.

Ratsherr Paul, Grüne Fraktion, blickt zurück auf sechs schwierige und turbulente Jahre des Fanprojekts und macht deutlich, dass seine Fraktion in Zukunft eine effektivere und bessere Vernetzung in die Gesellschaft, auch in die Politik hinein erwarte, natürlich unter Wahrung der Unabhängigkeit des Fanprojektes. Das Fanprojekt müsse sich von Anfang an aktiv in das in der Erarbeitung befindliche Konzept des Vereins gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt mit einbringen, weil ein solches Konzept nur dann tragfähig sei, wenn alle Akteure daran mitwirkten. In der Vorlage sei die Rede von Prävention und dass man Extremismus abbauen wolle, aber man wolle sehen, dass Fans, die sich für demokratische Grundwerte in der Gesellschaft, gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Homophobie einsetzten, aktiv unterstützt würden, damit Vorkommnisse, wie man sie in der Vergangenheit erleben musste, nicht wieder vorkämen. Vor diesem Hintergrund wünschten die Grünen, dass zeitnah vor dem nächsten Haushalt Ende 2015 noch mal eine Evaluation bzw. ein Bericht des Fanprojektes vorgelegt werde. Trotz allem Kritischen, was er gesagt habe, wünsche er dem Fanprojekt in Zukunft eine gute, erfolgreiche und konstruktive Arbeit.

Ratsfrau Linsen-von Thenen, Fraktion DIE LINKE, fehlt in diesem Konzept und auch in der Beschreibung Einiges, was mit den Auseinandersetzungen auf dem Tivoli zu tun habe. Die nach rechts offene Gruppierung Karlsbande Ultras werde zu freundlich dargestellt und es werde mit keinem Wort erwähnt, dass die Fangruppen Aachen Ultras, die sich für Antirassismus und gegen Neofaschismus engagierten, vom Tivoli vertrieben worden seien. Hier müsse noch nachgearbeitet werden, dennoch halte DIE LINKE das Fanprojekt für wichtig und wolle es umsetzen.

Ratsherr Teuku, Piratenfraktion, sieht das Fanprojekt als wichtigen Bestandteil am Tivoli, äußert jedoch Kritik an einigen Vorkommnissen aus der Vergangenheit und bezieht sich auf ein der Piratenfraktion anonym zugegangenes AWO-internes Schreiben. Seine Fraktion sehe Reformierungsbedarf und wünscht, dass das Fanprojekt auch in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch von Alemannia neu ausgeschrieben werde. Besonders begrüßt er, dass Alemannia Aachen dem Vorschlag der Piratenfraktion, Frau Ribler in den Verein zu holen, gefolgt sei. Es sei allerdings schade, dass das Fanprojekt es bislang nicht geschafft habe, sich mit der Gruppe Aachen Ultras zusammenzusetzen.

Ratsherr Servos, Vorsitzender der SPD-Fraktion, schließt sich den Äußerungen von Ratsherrn Paul an, hält überhaupt nichts von anonymen Schreiben und moniert, dass die Piratenfraktion weder der Verwaltung noch den Ratsmitgliedern die Kritikpunkte im Vorfeld der Sitzung habe zukommen lassen. Eine Neuausschreibung des Fanprojektes würde die positive Tendenz zunichtemachen und sei das falsche Signal. Die SPD werde der Verwaltungsvorlage zustimmen, wünsche dem Fanprojekt alles Gute und bedanke sich für die geleistete Arbeit.

Beschluss

Der Rat der Stadt Aachen beschließt bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mit Mehrheit wie folgt: 1.Der Rat der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. 2.Er beschließt die Fortführung des Fanprojektes unter Beteiligung der Stadt Aachen mit einem finanziellen Anteil in Höhe von 23.500 Euro jährlich und beauftragt die Verwaltung, eine entsprechende Vereinbarung mit der StädteRegion Aachen und dem Leistungsanbieter Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Stadt e.V. abzuschließen. 3. Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

1.Der Rat der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

2.Er beschließt die Fortführung des Fanprojektes unter Beteiligung der Stadt Aachen mit einem finanziellen Anteil in Höhe von 23.500 Euro jährlich und beauftragt die Verwaltung, eine entsprechende Vereinbarung mit der StädteRegion Aachen und dem Leistungsanbieter Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Stadt e.V. abzuschließen.

3. Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

1. Ausgangslage

Im Juni 2008 hat der Kinder- und Jugendausschuss der Stadt Aachen der Einrichtung eines Fanprojektes zugestimmt. Das Projekt wurde auf fünf Jahre befristet, von November 2008 bisOktober 2013. Die Kosten wurden je zu einem Drittel vom DFB, dem Land NRW und der Stadt Aachen getragen.

Nach entsprechender Beschlussfassung auch der Verbandsversammlung der StädteRegion im Mai 2009 wurde das Projekt mit Bildung der StädteRegion Aachen als städteregionales Projekt fortgeführt.

Der kommunale Anteil wird seitdem hälftig von der Stadt und der StädteRegion Aachen getragen.

In seiner Sitzung am 18.07.2013 hat der Städteregionstag die Fortführung des Fanprojekts Aachen bis zum 31.12.2014 beschlossen. Diesem Beschluss hat sich der Rat der Stadt Aachen in seiner Sitzung am 11.12.2013 angeschlossen.

2. Sachstand

In der Vorlage der StädteRegion für den Kinder- und Jugendhilfeausschuss am 03.12.2014 und den Städteregionsausschuss am 11.12.2014 werden die Rahmenbedingungen des Fanprojekts folgendermaßen ausgeführt:

„Das Fanprojekt StädteRegion Aachen lehnt sich an das „Nationale Konzept Sport und Sicherheit“ der Deutschen Sportjugend (dsj) an und wird vom Deutschen Fußballbund (DFB) inhaltlich und finanziell unterstützt. Zur Zielgruppe gehören junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren, die sich im Umfeld von Fußballspielen, insbesondere Spiele der Alemannia Aachen, einfinden. Das Fanprojekt soll präventiv dazu beitragen, sozial auffällige Jugendliche im Umfeld von Fanszenen zu erreichen und durch konkrete Hilfs- und Fördermaßnahmen in ihrer Entwicklung positiv zu unterstützten. Das Projekt ist nicht ausschließlich auf Alemannia Aachen bezogen.

Das Fanprojekt Aachen wird mit 60.000 € vom Land NRW und bis zu 95.000 € vom DFB gefördert. Die genannte Förderung steht unter der Voraussetzung, dass Stadt und StädteRegion Aachen das Fanprojekt weiterhin im genannten Umfang unterstützen…Für das Jahr 2015 sind Aufwendungen in Höhe von 47.500 € einzuplanen.“ (Zitat) Diese Summe wird hälftig von der Stadt Aachen und der StädteRegion getragen.

3. Fortführung des Fanprojekts

In der Vorlage der StädteRegion wird die Weiterführung des Fanprojektswie folgt begründet:

„Der Verein Alemannia Aachen steht auch nach der finanziellen Rettung noch vor großen Herausforderungen. Gerade vor diesem Hintergrund ist eine kontinuierliche Arbeit des Fanprojekts – mit einer ausreichenden personellen Ausstattung - von großer Bedeutung und Sinnhaftigkeit.

Neben den langjährigen Fans, die der Alemannia trotz des sportlichen Abstiegs die Treue halten, ist zurzeit eine größer werdende Anzahl junger Fans am Tivoli zu verzeichnen. Mit Blick auf die starken Verwerfungen innerhalb der Fanszene ist es wichtig, diesen jungen Menschen einen sicheren Anlaufpunkt zu bieten.

Nach den personellen Veränderungen im Fanprojekt steht in den nächsten Jahren die Konsolidierung des Fanprojekts im Vordergrund. Hauptaugenmerk wird dabei auf die kontinuierliche Beziehungsarbeit bzw. aufsuchende Beziehungsarbeit mit den Fans gelegt. Ziel des Fanprojekts ist es Ansprechpartner für alle Fans, Polizei und Verein zu sein.“ (Zitat)

Im Verlauf des vergangenen Jahres musste sich das Fanprojekt neu aufstellen. Die bisherige Mitarbeiterin hat das Projekt zum Spielzeitende verlassen, nachdem sie von der rechten Szene massiv bedroht und verunglimpft worden war. Kurze Zeit später kündigte ebenso ihr männlicher Kollege. Im November 2013 und im August 2014 konnten neue Mitarbeiter gewonnen werden. Durch den Mitarbeiterwechsel hat ein gravierender Umbruch in der Arbeit stattgefunden und die Beziehungsarbeit muss neu aufgebaut werden.

Die überarbeitete Konzeption des Projektträgers liegt als Anlage bei.

4. Vorschlag der Verwaltung

Die Verwaltung schlägt vor, die Fortführung des Fanprojekts mit einer finanziellen Beteiligung der Stadt Aachen in Höhe von 23.500 Euro p.a. zu beschließen sowie die Leistungsvereinbarung mit den Beteiligten (StädteRegion und Arbeiterwohlfahrt Aachen-Stadt e.V.) in § 6 – Finanzielle Förderung – und in § 9 – Vereinbarungsdauer und Kündigung - zu erneuern.

Dazu wird eine Dauer analog der Konzeptlaufzeit des Trägers empfohlen, um ihm und den Fachkräften die nötige Planungssicherheit zu geben. Allerdings sollte in die Vereinbarung ein kurzfristiges Kündigungsrecht aufgenommen werden, für den Fall, dass die Ziele Beziehungsaufbau zu Fangruppen und jugendlichen Fans oder Arbeitsfähigkeit mit der Zielgruppe nicht erreicht werden.

Auswirkungen

finanzielle Auswirkungen

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

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Auszahlungen

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- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

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Personal-/

Sachaufwand

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Abschreibungen

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Ergebnis

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Der städtische Finanzierungsanteil in Höhe von 23.500 Euro p. a. wird im Rahmen der Finanzierung der Städteregion über Regionsumlage und Ausgleichszahlung abgerechnet.

Weitere Dokumente (2)

Anlage1_Fanpr
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Technische Details

Hauptdokument

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Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 41
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Aachen
Gremium
Rat der Stadt Aachen
Datum
Mi., 10.12.2014
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 18:41