Zweiter Sachstandsbericht zur Mobilen Jugendarbeit im Sozialraum Forst und Driescher Hof
Inhalt
Beratungsfolge
Erläuterungen
Mobile Jugendarbeit in Forst und Driescher Hof steht vor neuen Herausforderungen – wie erreicht man Jugendliche in belasteten Sozialräumen?
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Erläuterungen
- Ausgangslage
Der erste Sachbericht zur Mobilen Jugendarbeit in Forst/Driescher Hof wurde von den Trägervertretern des Vereins Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof e. V. und Wabe-Akazia gGmbH in der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses vom 27.08.2024 vorgestellt (FB 45/0618/WP18).
Im Nachgang dieser Sitzung beantragten am 06.09.2024 der Verein Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof e. V. und Wabe-Akazia gGmbH eine Verlängerung der Laufzeit der Mobilen Jugendarbeit für den Zeitraum 2025-2027 im Umfang eines VZÄ. Mit dem Verwaltungsschreiben vom 16.10.2024 erfolgte eine Mittelzusage zur Weiterführung der Mobilen Jugendarbeit für das Jahr 2025.
Am 06.11.2024 teilte der Träger Wabe-Akazia gGmbH mit, die Mobile Jugendarbeit zum Ende des Jahres 2024 im Lebensbereich Forst und Unterforst einzustellen. Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Neufindung eines Trägers und es wurde ein Trägerfindungsverfahren durchgeführt.
Der Kinder- und Jugendausschuss beschloss in der Sitzung vom 04.02.2025, die Trägerschaft für die Mobile Jugendarbeit im Umfang von 50% der Vollzeitäquivalente an die Lebenshilfe Aachen FeD GmbH zu übertragen (vgl. Vorlage FB 45/0656/WP18).
Die Lebenshilfe Aachen FeD GmbH nahm ihre Tätigkeit zum 01.03.2025 auf.
- Sachstand Mobile Jugendarbeit in Forst / Driescher Hof
Im Lebensraum Altforst und Unterforst:
Nach dem Trägerwechsel besteht der wesentliche Fokus auf Bekanntmachung und Vertrauensaufbau in beiden Ortsteilen, ergänzt durch die Schaffung zugänglicher, wetterunabhängiger Aufenthaltsorte. Über die Teilnahme am Einsteigerworkshop der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugend-Streetwork/Mobile Jugendarbeit konnte die neue Fachkraft der Mobilen Jugendarbeit des FeD, Frau Arnd hilfreiche Tipps erhalten und erste Netzwerkkontakte knüpfen. Diese mündeten u.a. in regelmäßigen Begehungen zur Analyse des Sozialraums und Bekanntmachung des Angebots, Kontaktaufnahme zur ansässigen Akteur*innenlandschaft und die Verteilung von Informationsmaterial zur Mobilen Jugendarbeit im Lebensraum.
Durch die regelmäßigen Sozialraumbegehungen konnten erste Beziehungen zu den jungen Menschen aufgebaut werden. Frau Arnd erlebt hierbei die Jugendlichen distanziert, was auch in Gesprächen mit ansässigen Trägern bestätigt wird. Viele junge Menschen bewegen sich bevorzugt zwischen Aachen Brand und Innenstadt, da sie sich in ihrem Stadtteil nicht wohl- bzw. unerwünscht fühlen. Es fehlen dort Angebote und räumliche Möglichkeiten für Aufenthalte. Die Jugendlichen kompensieren die fehlenden Rückzugsorte durch Nutzung von Hauseingängen oder des Parkhauses der Aachen Arkaden. Hinzukommt, dass es im Lebensraum einige Räume gibt, die bei Dunkelheit gemieden werden (Angsträume). Als auffällig wird festgestellt, dass Kinder ab 11 Jahren der Fachkraft gegenüber sich zugewandter verhalten, sich auf Gespräche einlassen und Angebote erfragen.
Nähere Informationen können aus der Anlage 1 dem Jahresbericht zur Mobilen Jugendarbeit der Lebenshilfe Aachen FeD GmbH entnommen werden.
Im Lebensraum Forster Linde und Schönforst:
In Forster Linde und Schönforst wird ein Wandel der Zielgruppe erlebt. Bestehende Gruppen lösen sich aus unterschiedlichen Gründen auf: Freundschaften zerbrechen, einige beginnen ein Studium, schulische oder berufliche Anforderungen nehmen zu. Dadurch verändert sich die Gruppenstruktur und die Zusammensetzung der Jugendlichen. Die Mobilität der Jugendlichen ist sehr hoch. Viele zieht es nicht dauerhaft an einen Ort, sondern sie nutzen Plätze rotierend zwischen Aachen-Brand und der Aachener Innenstadt. Vor allem männliche Jugendliche halten sich zunehmend außerhalb des Lebensraums auf.
Im Raum Forster Linde ist die aktive Präsenz von Jugendgruppen rückläufig. Die dort erreichten Jugendlichen äußern Bedürfnisse, die bereits im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit bearbeitet werden (vgl. Anlage 2).
In Forster Linde wird eine Vielzahl von Gruppenaktivitäten angeboten, die von jungen Menschen aus beiden Stadtteilen genutzt werden.
Der Raum Schönforst ist durch eine veränderte Altersstruktur deutlich belebt; vermehrt junge Menschen ab 11 Jahren stellen Anforderungen an die Mobile Jugendarbeit. Die erreichten Mädchen nutzen die Angebote verlässlich, die Jungen erscheinen oft nicht zu Verabredungen.
Nähere Informationen können aus der Anlage 2 dem Jahresbericht zur Mobilen Jugendarbeit vom Verein für Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof e. V. 2025 entnommen werden.
Nach Einschätzung beider Träger bedarf es der Altersanpassung der Zielgruppe von derzeit ab 14 Jahren auf ab 11 Jahren. Im Kooperationsgespräch am 05.06.2025 wurden seitens des Vereins für Kinder und Jugendhilfe Driescher Hof e.V. folgende Gründe zur Altersherabsetzung ab Jahresbeginn 2025 genannt:
- verkürzte Kindheit durch Berufstätigkeit der Eltern
- spezielle Klientel im Lebensraum
- mediale Einflüsse
- Pubertätsthemen im Grundschulalter
- die körperliche und geistige Reifeentwicklung im Kindesalter
- gesellschaftliche Änderungen
- Fazit
Der Trägerwechsel erforderte in Altforst und Unterforst einen Neuanfang im Aufbau der Beziehungsarbeit zu den jungen Menschen im Lebensraum. Der Träger Driescherhof e.V. profitierte von den Erfahrungen aus den Vorjahren.
Die Trägerberichte signalisieren einen deutlichen Bedarf an Mobiler Jugendarbeit für junge Menschen insbesondere bei den jüngeren Jugendlichen ab 11 Jahre. Die jüngeren Menschen zeigen sich im Kontakt sehr interessiert und äußern Bedarfe an niedrigschwelligen Angeboten. Die originäre Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit, junge Menschen ab 14 Jahre werden gar nicht oder nur schwer erreicht (vgl. Sachberichte gemäß Anlage 1 und 2).
Währenddessen zieht sich die typische Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit, junge Menschen ab 14 Jahren, immer stärker aus dem sichtbaren Raum zurück. Sie pendeln zwischen Stadtteilen und nutzen rotierend verschiedene Plätze. Da bisher in Altforst und in Unterforst wenige bis keine adäquaten offenen Angebote für diese Altersgruppe vorgehalten werden, konnten sich die Jugendlichen nicht mit ihrem Lebensraum identifizieren, sie resignieren und sind weniger bereit sich auf neue Initiativen einzulassen. Die logische Schlussfolgerung, dass die Jugendlichen die OT Driescherhof in die eine Richtung oder die OT Josefshaus in die andere Richtung aufgrund vermeintlicher Nähe aufsuchen, ist nicht gegeben. Auch im Rahmen der Projektgruppe von ISEK- Forst wurde geäußert, dass in Unterforst kein räumliches Angebot für Kinder und Jugendliche zur Verfügung steht.
Zudem zeigen sich alters- und geschlechterspezifische Unterschiede, besonders schwer erreichbar sind die männlichen Jugendlichen, daher werden hier neue Ansätze benötigt, um auch diese Zielgruppe zu erreichen.
In der derzeitigen Arbeit bleibt die Witterung grundsätzlich ein zentraler Faktor für die Aktivität der Mobilen Jugendarbeit. In der kalten Jahreszeit finden sich wenige bis keine jungen Menschen auf öffentlichen Plätzen, daher ist grundsätzlich zu klären, wie eine Mobile Jugendarbeit in der kalten Jahreszeit umgesetzt werden kann.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Netzwerkarbeit vor Ort, um den jungen Menschen möglichst breitgefächerte Unterstützungsmöglichkeiten unterbreiten zu können.
Insgesamt zeigt sich ein komplexes Zusammenspiel aus dem Wandel der Gruppenstrukturen, der Mobilität der Jugendlichen, veränderten Alters- und Geschlechterdynamiken sowie wetterabhängigen Nutzungsmustern. Die Mobile Jugendarbeit muss daher flexibel bleiben und bestehende Anforderungen bedarfsgerecht aufgreifen, um in belasteten Sozialräumen Jugendliche zu unterstützen, die nur schwer über feste Angebote erreicht werden.
Betroffene Straßen
Straßen, die im Text dieser Vorlage erwähnt werden.
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Dokument
Weitere Dokumente (2)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Projekt: Mobile Jugendarbeit Forst/Driescher Hof
Zum ProjektDie Stadt Aachen plant die Fortführung der Mobilen Jugendarbeit im Sozialraum Forst und Driescher Hof für ein weiteres Jahr ab 2026, um die Bestands- und Bedarfsanalyse abzuschließen und Netzwerke aufzubauen.
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Weitere Vorlagen in diesem Projekt
- Antrag auf Fortführung der Mobilen Jugendarbeit im Sozialraum Forst und Driescher HofFB 45 n/0046/WP18 · 16. Dez. 2025
- Mobile Jugendarbeit Forst/ Driescher Hof - Trägerauswahl - ErgänzungsvorlageFB 45/0291/WP18-1 · 17. Jan. 2023
KI-Analyse
Worum geht es?
Mobile Jugendarbeit in Forst und Driescher Hof steht vor neuen Herausforderungen – wie erreicht man Jugendliche in belasteten Sozialräumen?
Projekt
Mobile Jugendarbeit Forst/Driescher Hof
Auch: Jugendarbeit Forst, Jugendarbeit Driescher Hof
Strategien & Programme
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Schlagworte
Betroffene Gruppen
Handlungstyp
FörderungVerfahrensstand
Maßnahme geplantBezirk
BrandModell: mistral-large-latest | Extrahiert: 28.2.2026
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Geändert
- 28.11.2025
Technische Details
ID: 1002918
Allris:https://ratsinfo.aachen.de/public/vo020?VOLFDNR=1002918
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/papers?id=1002918