Vorstellung der Standortanalyse des Ökosystems Künstliche Intelligenz in der Region Aachen
Inhalt
Beratungsfolge
Erläuterungen
Aachen positioniert sich als Standort für Künstliche Intelligenz und präsentiert eine Analyse der regionalen Potenziale und Handlungsfelder.
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Erläuterungen
Die fortschreitende Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung Künstlicher Intelligenz (KI) erfordert eine aktive strategische Positionierung von Kommunen und Regionen. Dem Wirtschafts- und Forschungs-standort Aachen eröffnet die Technologie erhebliche Innovations- und Wertschöpfungspotenziale. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, vorhandene Kompetenzen systematisch sichtbar zu machen und gezielt weiterzuentwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern.
Vor diesem Hintergrund wurde auf Initiative der Stadt Aachen im Mai 2025 die AI Alliance Aachen (AAA) als strategisches Netzwerk von derzeit 17 Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und regionaler Innovationsförderung gegründet. Ziel ist es, die vorhandenen Aktivitäten im Bereich KI stärker zu bündeln, die Vernetzung zu intensivieren, Stärken sichtbar zu machen und gemeinsam eine klare Stand-ortperspektive zu entwickeln. Zu den Partnern zählen neben der Stadt Aachen unter anderem RWTH Aachen, FH Aachen, Forschungszentrum Jülich, technologieorientierte Unternehmen wie INFORM GmbH, Grün Software Group GmbH und Black Semiconductor GmbH sowie weitere Akteure der regionalen Innovationsförderungen wie REGINA e.V. und AGIT mbH.
Zur fundierten Bewertung der Ausgangssituation hat der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa (FB 02) der Stadt Aachen das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) mit der Durchführung einer Standortanalyse zum KI-Ökosystem in der Aachen Area beauftragt. Gegenstand der Untersuchung war die systematische Erfassung und Einordnung der regionalen Forschungs-, Unternehmens- und Innovationsstrukturen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Die Studie untersuchte die Forschungs- und Wirtschaftspotenziale in der Region Aachen und im europäischen Grenzraum mithilfe einer quantitativen Analyse vorhandener Daten sowie qualitativer Tiefeninterviews mit Expert*innen. Die Analyse dient als fachliche Grundlage für die weitere strategische Ausrichtung der AAA.
Ergebnisse der Standortanalyse
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Region Aachen über sehr gute strukturelle Voraussetzungen für die Entwicklung eines international wettbewerbsfähigen Deep-Tech-Standorts im Bereich Künstliche Intelligenz verfügt. Ein solcher Standort steht für wissenschaftsgetriebene Hoch-technologien und forschungsintensive Innovationen, insbesondere an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Ingenieurwissenschaften, und überführt wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in industrielle Anwendungen und wirtschaftliche Wertschöpfung. Dies zeigt sich insbesondere in der hohen Dichte leistungsfähiger Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, der engen Ver-zahnung von Wissenschaft und Industrie sowie einer technologieorientierten Wirtschafts-struktur mit ausgeprägten Kompetenzen in industrienahen KI-Anwendungen. Eine besondere Stärke Aachens liegt darin, dass die KI-Wertschöpfungskette sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft nahezu vollständig abgebildet wird. Darüber hinaus verfügt die über eine enge Verbindung von KI-Forschung und KI-Hardware-Kompetenzen, wodurch sich substanzielle Standortvorteile bei der Entwicklung und Skalierung neuer Technologien ergeben.
Schwerpunkte der regionalen KI-Aktivitäten liegen vor allem in anwendungsorientierten Feldern wie Produktion, technischen Systemen, Energie oder Medizintechnik. Hier bestehen besondere Chancen für die Entwicklung intelligenter, zuverlässiger und nachhaltiger Technologien. Im internationalen Ver-gleich weist der Standort Aachen eine sehr hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit auf: Die Region Aachen zählt gemessen an wissenschaftlichen Publikationen zu den führenden KI-Hotspots Europas und belegt den dritten Platz. Rund 40 % dieser Veröffentlichungen entfallen auf die Ingenieur-wissenschaften und unterstreichen den ausgeprägt technologie- und anwendungsorientierten Charakter des Standorts. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass insbesondere bei der internationalen Sichtbarkeit, der Dynamik technologieorientierter Gründungen sowie beim Zugang zu privatem Risikokapital weitere Entwicklungspotenziale bestehen.
Insgesamt bestätigt die Studie, dass Aachen über eine tragfähige Ausgangsbasis verfügt, um sich als bedeutender europäischer KI-Standort zu etablieren. Voraussetzung hierfür ist eine strategisch abgestimmte Weiterentwicklung bestehender Stärken sowie die gezielte Bearbeitung identifizierter struktureller Herausforderungen.
Strategische Handlungsfelder
Auf Grundlage der Analyse werden mehrere zentrale Handlungsfelder benannt, die für die weitere Entwicklung des KI-Standorts von besonderer Bedeutung sind.
Strategische Positionierung des Standorts
Die Standortanalyse empfiehlt eine klare Profilierung der Region Aachen als europäischer Deep-Tech-KI-Standort mit dem Schwerpunkt auf anwendungsorientierter Künstlicher Intelligenz an der Schnittstelle von Ingenieurswissenschaften, industriellen Wertschöpfungsprozessen sowie weiteren technologie-intensiven Einsatzfeldern, etwa in der Energie- oder Medizintechnik. Damit kann sich Aachen von stärker generalistisch geprägten KI-Zentren abgrenzen und eine eigenständige Rolle in internationalen Innovations- und Wertschöpfungsnetzwerken einnehmen.
Im Rahmen der AI Alliance Aachen wird hierzu derzeit ein gemeinsames Profil für das Technologiefeld Industrial AI entwickelt. Zudem wurde in Abstimmung mit regionalen Forschungspartnern bereits ein Standortprofil für eine Bewerbung um eine europäische AI-Gigafactory erarbeitet. Ergänzend wirkt der FB 02 im Beirat des Zukunftsclusters NeuroSys mit, um die anwendungsorientierte Halbleiterentwick-lung und ihre Verknüpfung mit KI zu stärken. Das Cluster erforscht neuromorphe Technologien, die sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns orientieren und besonders effiziente, lernfähige KI-Systeme ermöglichen.
Stärkere Vernetzung im Technologiedreieck Aachen/Eindhoven/Löwen
Die Lage im Dreiländereck stellt einen wesentlichen Standortvorteil dar und soll gezielt für den Aufbau eines integrierten euregionalen Innovationsraums genutzt werden. Durch ein Memorandum of Under-standing bündeln die RWTH Aachen, die KU Leuven und die TU Eindhoven ihre Kompetenzen in KI-Forschung und -Ausbildung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Technologieraums zu stärken. Ein Delegationsbesuch aus Eindhoven im Juni 2025 setzte zusätzliche Impulse für die Zu-sammenarbeit. Darüber hinaus erfolgen Abstimmungen zur Einbindung weiterer Innovationsstandorte wie der Parkstad Limburg und des Brightlands Smart Services Campus in die AI Alliance Aachen.
Transfer von KI in den regionalen Mittelstand
Der Transfer von KI-Anwendungen in kleine und mittlere Unternehmen soll weiter beschleunigt werden, um zusätzliche Innovations- und Wertschöpfungspotenziale zu erschließen. Eine zentrale Rolle über-nimmt dabei der European Digital Innovation Hub Rheinland, ein Partnerkonsortium unter Leitung der RWTH Aachen und unter Beteiligung des FB 02, das Unternehmen bei der Einführung und Erprobung KI-basierter Lösungen begleitet.
Flankierend stärkt die AI Alliance Aachen mit einer Veranstaltungsreihe das Verständnis für wirtschaft-liche Einsatzpotenziale von KI in relevanten Branchen, etwa in der Softwareindustrie, im Gesundheits-wesen sowie beim Aufbau und der Nutzung leistungsfähiger Recheninfrastrukturen. Die Reihe startet im Frühjahr und greift auch Fragen einer verantwortungsvollen und ethischen Nutzung der Technologie auf.
Sichtbarkeit und Standortmarketing
Zur weiteren Profilierung als Deep-Tech-KI-Standort sollen zentrale Informations- und Vernetzungs-strukturen ausgebaut und Erfolgsbeispiele aus Forschung, Start-ups und industrieller Anwendung gezielt kommuniziert werden. Eine stärkere Sichtbarkeit der KI-Kompetenzen im lokalen Innovations-umfeld trägt zudem zur Ausbildung einer klaren Standortidentität bei und unterstützt die überregionale und internationale Wahrnehmung.
Die KI-Woche der RWTH Aachen stärkt als etabliertes Format die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema. Ergänzend stellen Formate wie die Markenbotschafterkampagne „Oecher People – KI-Edition“ prägende Persönlichkeiten der regionalen KI-Landschaft vor, indem sie diese über eine Augmented-Reality-App und eine begleitende Wanderausstellung digital zugänglich machen. Ab Juni 2026 entsteht im OecherLab ein weiterer Zukunftsraum, der KI-Anwendungen erlebbar macht und den Dialog mit der Stadtgesellschaft fördert.
Die vollständige Standortanalyse des Ökosystems Künstliche Intelligenz in der Aachen Area liegt der Vorlage als Anlage bei.
Dokument
Weitere Dokumente (1)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Projekt: KI-Standort Aachen
Zum ProjektWeitere Vorlagen in diesem Projekt
- Vorstellung der Standortanalyse des Ökosystems Künstliche Intelligenz in der Region AachenFB 02/0029/WP19 · 25. Juni 2026
KI-Analyse
Worum geht es?
Aachen positioniert sich als Standort für Künstliche Intelligenz und präsentiert eine Analyse der regionalen Potenziale und Handlungsfelder.
Projekt
KI-Standort Aachen
Auch: AI Alliance Aachen, AAA
Kategorien
Schlagworte
Betroffene Gruppen
Handlungstyp
PlanungVerfahrensstand
Maßnahme geplantModell: mistral-large-latest | Extrahiert: 19.5.2026
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 5.4.2026
Technische Details
ID: 1008268
Allris:https://ratsinfo.aachen.de/public/vo020?VOLFDNR=1008268
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/papers?id=1008268