Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW zur Offenlegung der Corneliusquelle und der Karlsquelleals Trink- und Heilwasserbrunnen für Bürger und Besucher- Antrag vom 04.12.2013 -
Inhalt
Beratungsfolge
Erläuterungen
Können die historischen Thermalquellen Corneliusquelle und Karlsquelle wieder zugänglich gemacht werden? Die Verwaltung prüft Aufwand und Machbarkeit.
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Das Bürgerforum nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Bürgerantrag wird beantragt, die Thermalquellen Corneliusquelle und Karlsquelle neu zu erschließen und im Bereich „am Hof“ wieder sprudeln zu lassen.
Dazu nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Die Neuerschließung von Corneliusquelle und Karlsquelle würde einen hohen zeitlichen, bautechnischen und finanziellen Aufwand bedeuten. Zudem wäre das Vorhaben rechtlich schwierig bzw. fragwürdig.
Daher wird seitens der Verwaltung die Empfehlung ausgesprochen, dem Antrag nicht zu folgen.
In Aachen gibt es derzeit sechs genutzte bzw. aktive Thermalquellen, davon zwei in der Aachener Innenstadt und vier in Aachen-Burtscheid. Genutzt bzw. aktiv bedeutet, dass aus diesen Quellen kontinuierlich Thermalwasser entnommen wird, wobei das Wasser unterschiedlichen Nutzungen unterliegt. Unter anderem gibt es zwei öffentliche Thermalwasserbrunnen, den Elisenbrunnen (gespeist aus der Kaiserquelle) und den Marktbrunnen-Burtscheid (gespeist aus der Landesbadquelle). Z.T. wird das Thermalwasser auch ohne echte Verwendung in den Kanal abgeführt. Dies ist notwendig, da an diesen Quellen aus Gründen der ThW-Qualitätssicherung sowie der Sicherung umliegender Bebauung ein abgesenkter Wasserspiegel eingehalten werden muss.
Weiterhin gibt es neun ungenutzte Thermalquellen, davon zwei in der Aachener Innenstadt und sieben in Aachen-Burtscheid. Ungenutzt bedeutet, dass diese Quellen vorhanden und zugänglich, aber nicht mit Entnahmeeinrichtungen versehen sind und entsprechend kein Wasser daraus gefördert wird. Der Quellspiegel in diesen Quellen wird durch die Entnahme in den genutzten Quellen beeinflusst bzw. abgesenkt.
Über die genannten vorhandenen Thermalquellen hinaus hat es in der Historie noch etliche weitere Thermalquellen oder Thermalvorbrüche gegeben, die heutzutage verschlossen und z.T. überbaut, also nicht mehr ohne baulichen Aufwand zugänglich sind. Da die Quellen bzw. das darin aufsteigende Wasser unterirdisch miteinander verbunden sind, kann man bei einigen ThQ auch von seitlichen Vorbrüchen („Ablegern“) anderer Quellen sprechen.
Einige dieser früheren Quellen wurden in der Vergangenheit für jeweils eigene Badehäuser genutzt, so standen z.B. im 18. Jahrhundert entlang der Komphausbadstraße einige Badehäuser direkt beieinander.
Zu diesen früheren Quellen gehörten u.a. die Corneliusquelle und die Karlsquelle, beide in der Aachener Innenstadt in unmittelbarer Nähe der Rosenquelle gelegen (Anlage Lageplan). Der Bereich am Hof liegt im Übrigen ein Stück weiter südwestlich in Nähe der heutigen Kaiserquelle und anderen ehemaligen Thermalquellen, wie z.B. der Quiriniusquelle.
Die Corneliusquelle lag nur ca. 20 m nördlich von der heutigen Rosenquelle und ist heute durch das Kaufhaus „Lust for Life“ überbaut. Wie und wann die Verschließung und spätere Überbauung der Corneliusquelle im Detail stattgefunden hat, müsste ggf. durch weiterreichende (historische) Recherchen ermittelt werden. Auf jeden Fall wäre eine Wiederaufsuchung und Reaktivierung der Corneliusquelle nur mit großem Aufwand denkbar und unter qualitativer Rücksichtnahme auf das Wasser der Rosenquelle, für die eine Herstellungserlaubnis nach Arzneimittelrecht besteht, schwierig.
Die Karlsquelle - auch Karlsbrunnen genannt, nicht zu verwechseln mit dem Karlsbrunnen auf dem Marktplatz und nicht zu verwechseln mit der Karlsbadquelle in Burtscheid – liegt ca. 40 m nordöstlich der Rosenquelle im heutigen öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich der Komphausbadstraße. Sie versorgte seit dem 17. Jahrhundert die Badehäuser Karlsbad und Herrenbad und kann ebenfalls als Ableger der heutigen Rosenquelle betrachtet werden. Die Quelle hatte eine Ausbautiefe von 5,80 m und ist mittels Kiesfüllung verschlossen und überbaut. Bei Baumaßnahmen der Stawag im Jahr 2004 zur Neuverlegung von Kabel-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen in der Komphausbadstraße wurde der obere Bereich der Quellfassung freigelegt und im Anschluss wieder überbaut. Eine archäologische oder denkmalpflegerische Aufnahme hat es zum damaligen Zeitpunkt nicht gegeben. Vor der Baumaßnahme war die Lage der Karlsquelle durch eine Nagelplakette im Straßenbelag gekennzeichnet.
Eine Offenlegung dieser Quellen wäre bautechnisch grundsätzlich zwar wahrscheinlich möglich, jedoch in beiden Fällen nur sehr schwer umsetzbar; im Fall der Corneliusquelle aufgrund der Überbauung und der Lage unter einem Kaufhaus, im Fall der Karlsquelle aufgrund der Lage im Verkehrsbereich.
Beide Quellen sind eng mit der Rosenquelle verbunden, bei einer Offenlegung wären hohe Sicherheitsanforderungen an die erforderlichen Baumaßnahmen sowie einen Betrieb (in welcher Form auch immer) notwendig, da die Rosenquelle als staatlich anerkannte Heilquelle mittlerweile unter dem Arzneimittelrecht steht. Die Stadt Aachen mit E 26 als Betreiber der Quelle und als Heilmittelbetrieb hat hohe Kosten zur baulichen und qualitativen Sicherung des Betriebs der Rosenquelle investiert. Insofern wären bei einer Offenlegung (und dem Betrieb) neben wasserrechtlichen Aspekten auch arzneimittelrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, was beides hohe Folgekosten nach sich ziehen würde.
Im Übrigen gibt es, wie oben genannt, zwei öffentliche Thermalwasserbrunnen, den Elisenbrunnen und den Marktbrunnen-Burtscheid. Hierzu hat es in der Vergangenheit einige Diskussionen gegeben, wie und in welcher Deklaration das Thermalwasser an die Öffentlichkeit abgegeben werden kann. Thermalwasser ist der Natur nach ein Tiefenwasser, das natürlicherweise Inhaltsstoffe aufweist, die die Grenz- oder Richtwerte verschiedener Normen übersteigt. Mittlerweile sind die beiden Brunnen mit Beschilderungen „kein Trinkwasser“ versehen, das ThW wird demnach nicht explizit zur Nutzung als Trinkbrunnen angeboten.
Eine Offenlegung der Corneliusquelle und der Karlsquelle mit Nutzung als Trink- und Heilwasserbrunnen wäre daher auch rechtlich schwierig bzw. fragwürdig.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen | ||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
Betroffene Straßen
Straßen, die im Text dieser Vorlage erwähnt werden.
3 Straßen
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Dokument
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KI-Analyse
Worum geht es?
Können die historischen Thermalquellen Corneliusquelle und Karlsquelle wieder zugänglich gemacht werden? Die Verwaltung prüft Aufwand und Machbarkeit.
Projekt
Reaktivierung Thermalquellen
Auch: Offenlegung Corneliusquelle, Offenlegung Karlsquelle
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Betroffene Gruppen
Handlungstyp
PrüfauftragVerfahrensstand
Problem erkanntBezirk
MitteModell: mistral-large-latest | Extrahiert: 2.3.2026
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 23.2.2026