Vorlage·FB 36/0611/WP18·10. Dezember 2025

Forstwirtschaftsplan 2026 für den Münsterwald

Inhalt

Beratungsfolge

Erläuterungen

KI-Zusammenfassung

Wie wird der Münsterwald zukünftig bewirtschaftet? Der Forstwirtschaftsplan legt Maßnahmen für nachhaltige Waldentwicklung und Erholungsnutzung fest.

Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.

Erläuterungen

Erläuterungen

Die Kommune erstellt gemäß Landesforstgesetz NRW jährlich einen Forstwirtschaftsplan. Dieser setzt die jährlich aus dem 10-jährigen Betriebsplan (Forsteinrichtungswerk) abgeleiteten Einzelmaßnahmen zur Erfüllung der forstbetrieblichen Ziele fest. Das Forsteinrichtungswerk ist zum 31.09.2025 abgelaufen. Aufgrund von Personalengpässen muss die Ausschreibung für die Erstellung eines neuen Forsteinrichtungswerkes verschoben werden. Das Vorgehen ist mit der Unteren Forstbehörde (Landesbetrieb Wald und Holz NRW) abgestimmt.

Die Waldbewirtschaftung des Aachener Waldes erfolgt nach den Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie für den Kommunalwald der Stadt Aachen (Ratsbeschluss vom 23.08.2023).Zentrale Ziele dieser Strategie sind die Sicherung der ökologischen Wertigkeit des Waldes/die Steigerung der Biodiversität, der Aufbau naturnaher Waldgesellschaften, die Sicherung des Waldes als Erholungsraum, die Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Holz, der Erhalt der Kaltluftproduktion, die Sicherung der Grundwasserneubildung und Regenwasserrückhaltung und Bindung von CO 2 im städtischen Wald. Im Grunde genommen Aspekte, die unter den Begriff ‘Gemeinwohlleistung’ zusammengefasst werden können.

Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2025

Die Wasserversorgung der Bäumehat großen Einfluss auf deren Vitalität sowie auf die Entwicklung von Schadinsekten, insbesondere der Borkenkäfer. Nach einem regenreichen Jahr 2024 verzeichnete NRW im Frühjahr 2025 erneut deutliche Niederschlagsdefizite, die eine Wasserunterversorgung erwarten ließen. Die Situation hat sich im weiteren Jahresverlauf etwas verbessert, so dass erfreulicherweise keine trockenheitsbedingte Schäden an den Bäumen oder an den Kulturen zu erkennen sind. Auch die Borkenkäferpopulation der Vorjahre ist weitestgehend zusammengebrochen. Dennoch ist nach wie vor eine Grundpopulation vorhanden, die über die zweite Jahreshälfte verteilt immer wieder Schäden an Fichten verursachte, allerdings auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Mit dem fortwährenden Rückgang der außerplanmäßigen Nutzungen auf Schadflächen, durch beispielsweise Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer usw. sinkt auch die Zahl der Freiflächen, die gemäß Landesforstgesetz innerhalb von zwei Jahren wiederaufzuforsten und über mehrere Jahre zu pflegen sind. Da die in den Vorjahren entstandenen Kulturen über mehrere Jahre gepflegt werden, nehmen die Arbeiten immer noch nennenswert Zeit in Anspruch, Tendenz fallend.

Forstwirtschaftsplan 2026

a) Holzbereitstellung und Waldentwicklung

*)Alh = andere Laubbäume mit hoher Umtriebszeit (Esche, Bergahorn, Kirsche)
Aln = andere Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit (Roteiche, Birke, Roterle, Eberesche, Robinie,Rosskastanie)

zu a)Der jährl.Hiebssatz beschreibt die nachhaltig nutzbare Holzmenge je Jahr, getrennt nach Holzartengruppen

zu b) Der abgeglichene Hiebssatz summiert sämtliche Mehr- oder Mindernutzungen der Vorjahre seit Inkrafttreten des Forsteinrichtungs-
werkes (01.10.2015) auf.Diese Holzmenge wäre theoretisch nutzbar, ohne die Kriterien der Nachhaltigkeit zu verletzen.

An dieser Stelle weist das Gemeindeforstamt darauf hin, dass die Angaben für die Baumartengruppe Fichte/Douglasie nicht mehr auf dem akutellen Stand sind, da einige Fichtenwälder den Trockenjahren zum Opfer fielen. Die anstehende Forsteinrichtung/Inventur wird über den Umfang der Vorrats- und Zuwachsverluste Auskunft geben.

Die Vorgaben für die Laubwälder sind dagegen nach wie vor belastbar. Gemäß der Nachhaltigkeitsstrategie für den Kommunalwald der Stadt Aachen wurden die Laubwälder sehr zurückhaltend beplant (Summe: 93 Festmeter), vor dem Hintergrund, die Holzvorräte auf diesen Flächen anzureichern. Demgegenüber wurde die Baumart Fichte im Forstwirtschaftsjahr 2025 etwas stärker genutzt als ursprünglich geplant. Der Ansatz wurde im laufenden Forstwirtschaftsjahr sicherlich um ca. 25 % überschritten. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, da noch größere Holzmengen unvermessen am Wegrand liegen und somit nicht in den Büchern erfasst sind.
Auch die forcierte Nutzung der Fichtenwälder entspricht der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Aachen, die eine schnellere Umwandlung der nicht klimaresilienten Fichtenwälder in Laubwälder vorsieht. Die Holzpreise für Fichten bewegen sich erfreulicherweise auf einem ausgesprochen hohen Niveau, so dass die Mehrnutzung holzmarktkonform stattfand.

b) Kulturen, Wege- und Erholungsplanung

Die Auflichtung der Fichtenwälder ist eine wesentliche Voraussetzung für den Voranbau der Rotbuche. Als Voranbau bezeichnet man in der Forstwirtschaft das Einbringen schattenertragender Baumarten (Rotbuche) unter einen noch bestehenden, meist lichten bzw. aufgelichteten Baumbestand (hier Fichten). Auf diese Weise wird der Baumartenwechsel frühzeitig eingeleitet. Der Voranbau soll in 2026 nördlich der Sinziger Schneise erfolgen.

Trauben- und Stieleichen ertragen dagegen nur wenig Schatten. Sie werden auf Freiflächen westlich der Himmelsleiter gepflanzt. Diese sind durch Borkenkäferbefall entstanden.

Insgesamt sollen im Forstwirtschaftsjahr 2026 4.720 Baumarten gepflanzt werden, mit folgender Verteilung:

Kultursicherung /Verbissschutz

Einige Aufforstungen bedürfen in den ersten Jahren der Pflege, da die Konkurrenz durch Brombeere und Adlerfarn diese Kulturen gefährden kann. Die Flächen werden, je nach Entwicklung der Konkurrenzvegetation, über drei bis fünf Jahre hinweg freigeschnitten. Darüber hinaus ist vorgesehen, natürlich angesamte Laubbäume wie beispielsweise Eberesche oder Ahorn frei zu stellen, falls diese durch die oft dicht aufkommende Fichten-Naturverjüngung überwachsen werden.

Geplant ist ein zweimaliger Freischnitt auf 3,4 Hektar.

In Gebieten mit einem geringen Äsungsangebot für Wild (d.h. wenige Gräser, Kräuter in der Bodenschicht) ist die Verbissbelastung durch Reh- und Rotwild oft hoch. Dies trifft vor allem auf geschlossene Fichtenwälder im Münsterwald zu, wo die Baumart Fichte noch in nenneswertem Umfang vertreten ist. Je nach Ausgangssituation werden unterschiedliche Verbissschutzmaßnahmen ergriffen. Üblich ist das zweimalige Ausbringen von Verbissschutzmitteln auf den Terminaltrieb, sprich auf den obersten Trieb eines jungen Baumes. Dieser Schutz soll auf jeweils 1,2 Hektar erfolgen (gegen Sommer- und Winterverbiss). Die Eichen werden dagegen in “Nestern” (á ca. 20 Stück) gepflanzt und in so genannte Wuchshüllen gesetzt (Einzelschutz). Nach einigen Jahren werden die Hüllen wieder abgebaut und entsorgt.

Jungbestandspflege

Als Jungbestand bezeichnet man einen Wald im Dickungs- bis Stangenholzalter (ca. 10- bis 40-jährig). Diese Wälder entwickeln sich hochdynamisch, besonders im Höhenwachstum. Grundsätzlich verfolgt das Gemeindeforstamt das Ziel, in dieser Altersphase nur wenig einzugreifen, damit die Waldentwicklung möglichst ungestört abläuft. Eine Steuerung findet jedoch dann statt, wenn das Betriebsziel eines artenreichen Mischwaldes nicht erreicht wird. Mischwälder haben gerade in Zeiten des Klimawandels ihre Berechtigung, da sie i.d.R. flexibler auf Störungen reagieren. Andere Gründe für Pflegeeingriffe sind die Erhöhung der Vitalität/Stabilität sowie der Qualität von Einzelbäumen.

Die Jungbestandspflege soll – in sehr unterschiedlicher Intensität– auf ca. 9,3 Hektar erfolgen.

Wegeunterhaltung

Die Unterhaltung unserer Waldwege gehört zu den Standardaufgaben des städtischen Forstbetriebes. Diverse sand-/wassergebundene Wege werden mit betriebseigenen Maschinen profiliert und zur Substanzerhaltung teilweise neu aufgeschottert. Auch die Wiederherstellung des Lichtraumprofils sowie das Mulchen der Wegeseitengräben gehören zu den klassischen Arbeiten für 2026.

Darüber hinaus wird in diesem Jahr die kleine Fußgängerbrücke am Fobisbach (Münsterwald) erneuert.

Hierfür werden Fördermittel beim Naturpark Nordeifel beantragt.

Erholungseinrichtungen

Ein weiteres Anliegen des Forstbetriebes ist es, die Abfallbehälter im Aachener Wald zu ersetzen. Diese sind in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Das Ersetzen erfolgt sukzessive, beginnend mit den Waldparkplätzen im Stadtwald.

Betroffene Straßen

Straßen, die im Text dieser Vorlage erwähnt werden.

1 Straße

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Projekt: Forstwirtschaftsplan Münsterwald

Zum Projekt

Die Stadt Aachen erstellt den jährlichen Forstwirtschaftsplan für den Münsterwald, der Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und ökologischen Aufwertung des Waldes festlegt. Die Erstellung eines neuen 10-jährigen Betriebsplans verzögert sich aufgrund von Personalengpässen.

Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.

Umwelt & NaturMaßnahme geplant27. Nov. 2013 – 2. Sept. 20266 Vorlagen

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Worum geht es?

Wie wird der Münsterwald zukünftig bewirtschaftet? Der Forstwirtschaftsplan legt Maßnahmen für nachhaltige Waldentwicklung und Erholungsnutzung fest.

Projekt

Forstwirtschaftsplan Münsterwald

Strategien & Programme

Nachhaltigkeitsstrategie Kommunalwald Aachen

Kategorien

Umwelt & NaturGrünflächen

Schlagworte

WaldbewirtschaftungBiodiversitätKlimaschutzErholungsraum

Betroffene Gruppen

SpaziergängerNaturfreundeAnwohner

Handlungstyp

Planung

Verfahrensstand

Maßnahme geplant

Bezirk

Mitte

Modell: mistral-large-latest | Extrahiert: 28.2.2026

Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.

Metadaten

Status
öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
3.9.2026
Technische Details