Forstwirtschaftsplan 2027 für den Münsterwald
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Beratungsfolge
Erläuterungen
Wie wird der Aachener Münsterwald nachhaltig bewirtschaftet? Der Forstwirtschaftsplan 2027 legt Ziele und Maßnahmen für den Erhalt des Waldes als Ökosystem und Erholungsraum fest.
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Erläuterungen
Die Kommune erstellt gemäß Landesforstgesetz NRW jährlich einen Forstwirtschaftsplan. Dieser gibt die aus dem zehnjährigen Betriebsplan (Forsteinrichtungswerk) abgeleiteten Einzelmaßnahmen zur Erreichung der forstbetrieblichen Ziele vor. Das Forsteinrichtungswerk lief zum 31.09.2025 aus, wurde aber mit Zustimmung des Landesbetriebs Wald und Holz NRW verlängert. Die Ausschreibung des neuen Forsteinrichtungswerkes ist derzeit in Bearbeitung.
Die Waldbewirtschaftung des Aachener Waldes folgt den Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie für den Kommunalwald der Stadt Aachen (Ratsbeschluss vom 23.08.2023). Diese Strategie wurde in einem Dialogprozess mit Vertretern aus dem Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz, Umweltverbänden und Verwaltung (Dez. VII und FB36) erarbeitet. Zentrale Ziele sind die Sicherung der ökologischen Wertigkeit des Waldes, die Biodiversitätserhöhung, der Aufbau naturnaher Waldgesellschaften, die Sicherung des Waldes als Erholungsraum, die nachhaltige Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Holz, die Erhaltung der Kaltluftproduktion, die Sicherung der Grundwasserneubildung, Regenwasserrückhaltung und CO2-Bindung im städtischen Wald. Im Kern geht es um Gemeinwohlleistungen.
Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2026
Die Wasserversorgung der Bäume beeinflusst deren Vitalität und die Entwicklung von Schadinsekten, insbesondere Borkenkäfern. Im Vergleich zum langjährigen Mittelwert (1991–2020) verzeichnet der Raum Aachen in den letzten zehn Monaten deutlich zu geringe Niederschläge (DWD). Insbesondere Juni und Juli 2026 waren extrem trocken und warm.
Glücklicherweise bleiben sichtbare Trockenheitsschäden bislang gering (Stand 10.08.2026); es zeichnen sich jedoch erste Ausfälle in den Kulturflächen ab. Auch die Entwicklung der Schadinsektenpopulation verläuft bislang moderat, sodass es derzeit (noch) keine nennenswerten Ausfälle gibt.
Soll-Ist-Vergleich
Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die bisher erreichte Zielerfüllung der gesamtstädtischen Holzerntemaßnahmen für das Forstwirtschaftsjahr 2026. Die Ist-Werte beziehen sich auf den Stichtag 06.08.2026. Zugesetzt wurden die bis Ende September noch zu erwartenden Holzmengen, die sich derzeit in Bearbeitung befinden.
Holzbereitstellung | Einheit | Plan | Ist |
Laubholz | Festmeter | 778 | 155 |
Nadelholz | Festmeter | 4.651 | 5.176 |
Beim Laubholz wurde speziell auf Holzerntemaßnahmen in der Buche verzichtet. Die Preise für Buchenstammholz waren und sind aus Sicht des Gemeindeforstamtes unbefriedigend. Die geplanten Maßnahmen sind jedoch nicht zeitkritisch; sie werden vorerst zurückgestellt.
Bei den Nadelbäumen wurden die geplanten Maßnahmen umgesetzt. Differenzen zwischen Plan und Ist sind u.a. auf Kalamitäten zurückzuführen.
Forstwirtschaftsplan 2027
a) Holzbereitstellung und Waldentwicklung
*)Alh = andere Laubbäume mit hoher Umtriebszeit (Esche, Bergahorn, Kirsche)
Aln = andere Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit (Roteiche, Birke, Roterle, Eberesche, Robinie, Rosskastanie)
zu a) Der jährl.Hiebssatz beschreibt die nachhaltig nutzbare Holzmenge je Jahr, gegliedert nach Holzartengruppen
zu b) Der abgeglichene Hiebssatz umfasst sämtliche Mehr- oder Mindernutzungen der Vorjahre seit Inkrafttreten des Forsteinrichtungs-
werkes (01.10.2015) und entspricht theoretisch der nutzbaren Holzmenge bei nachhaltigem Vorgehen.
Wie eingangs beschrieben, sind die Planungsgrundlagen (Forsteinrichtung 2015) teilweise veraltet und befinden sich aktuell in der Ausschreibung. Speziell bei der Baumartengruppe Fichte/Douglasie hat die Stadt Aachen seither ganze Fichtenwälder durch Trockenheit und Borkenkäferbefall verloren. Der Hiebssatz von 4.434 Festmeter erscheint realistisch zu hoch. Die kommende Forsteinrichtung mit Stichtag 01.10.2027 wird detailliert Auskunft geben zu Vorrats- und Zuwachsverlusten.
In Nordrhein-Westfalen ist die Nachfrage nach Nadelstammholz hoch und wird im kommenden Quartal hoch bleiben. Entsprechend gut sind die zu erwartenden Erträge aus Holzverkauf. Der FB36/600 wird daher an der intensiven Nutzung von Nadelholz, vor allem Fichten, festhalten und zudem einen Schwerpunkt auf Baumarten mit rotem Kernholz (Lärche, Kiefer, Douglasie) legen. Kiefernholz erzielt tendenziell niedrigere Preise als Fichte profitiert aber momentan vom guten Fichtenmarkt.
Anders als bei den Nadelbäumen können die Planungsdaten der alten Forsteinrichtung für die Laubbäume fortgeschrieben werden. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr ist jedoch keine Laubholznutzung geplant.
Die Holzernte erfolgt sowohl teilmechanisiert (z.B. Zufällung motomanuell) als auch vollmechanisiert (Harvester und Forwarder) durch Forstdienstleistungsunternehmen.
b) Kulturen, Wege- und Erholungsplanung
Im anstehenden Forstwirtschaftsjahr werden im Münsterwald keine Bäume gepflanzt. Der Schwerpunkt 2027 liegt auf der Pflege der Naturverjüngung im Rahmen von Jungwuchs- und Jungbestandspflege (siehe unten).
Kultursicherung /Verbissschutz/ Waldschutz
Die Kultursicherung erfolgt über mehrere Jahre hinweg. Sie dient der erfolgreichen Entwicklung junger Waldbestände nach der Pflanzung bzw. nach Naturverjüngung sowie der Sicherung der Investitionen, die durch die Kulturbegründung entstanden sind. Ziel ist es, die jungen Pflanzen in der Anwuchs- und Entwicklungsphase zu unterstützen, ihre Konkurrenzkraft zu erhalten und langfristig stabile und qualitativ hochwertige Bestände zu schaffen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Reduzierung der Konkurrenz durch Brombeere und Adlerfarn, die sich als Störungszeiger auf Kalamitätsflächen etabliert haben. Die Konkurrenzvegetation entzieht den jungen Bäumen vor allem Licht und beeinträchtigt so deren Wachstum. Im Winter besteht darüber hinaus die Gefahr, dass sich Schnee auf über mannshohe Brombeeren und Adlerfarn legt und die jungen Bäume zu Boden drückt.
Kultursicherungsmaßnahmen sind – analog zum Vorjahr - auf rund 3,4 Hektar geplant und werden in der Regel zweimal jährlich durchgeführt. Sie werden mit städtischen Forstwirten durchgeführt.
Der Schutz junger Waldbäume vor Verbiss (v.a. durch Rehwild) ist für die Entwicklung der Kulturen essentiell. Gerade in der Anwuchs- und Jugendphase sind die jungen Bäume durch Wildverbiss gefährdet, denn Knospen, Triebe und Leittriebe stellen eine bevorzugte Nahrungsquelle für die oben genannten Wildarten dar.
Durch wiederholten Verbiss können Wachstum und Formqualität der Bäume erheblich beeinträchtigt werden. Insbesondere der Verlust des Leittriebes kann zu Wuchsdeformationen, Mehrstämmigkeit oder einer verzögerten Entwicklung führen. Bei starkem Verbissdruck besteht zudem die Gefahr, dass einzelne Baumarten vollständig aus der Verjüngung verdrängt werden, wodurch die gewünschte Baumartenvielfalt und die Anpassungsfähigkeit zukünftiger Waldbestände eingeschränkt werden.
Bei der Auswahl und Durchführung der Schutzmaßnahmen sind der vorhandene Wildbestand, die Verbissbelastung, die Baumartenwahl sowie die örtlichen Standortbedingungen zu berücksichtigen.
Je nach Gegebenheiten können hierfür Einzelschutzmaßnahmen oder flächige Maßnahmen (Wildschutzgatter) ergriffen werden. In 2027 werden keine Wildschutzgatter gebaut; im Focus steht der Schutz der Terminalknospe mit Verbissschutzmitteln bzw. Schafwolle auf rund 1,2 Hektar. In Einzelfällen werden auch Wuchshüllen um Einzelbäume errichtet.
Jungbestandspflege
Die Jungbestandspflege ist ein zentraler Bestandteil der Waldbau-Praxis. In einer frühen Phase der Bestandsentwicklung wachsen die jungen Bäume zu einem dichten Bestand zusammen; es kommt zu Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Bereits in dieser Phase können Fehlentwicklungen auftreten (z. B. Tendenz zur Fichtenmonokultur), die sich jedoch durch eine frühe Jungbestandspflege kostengünstig und zügig regulieren lässt. Die Maßnahmen erfolgen möglichst extensiv, um den natürlichen Waldentwicklungsprozessen und der Auslese Raum zu geben.
Bei dieser Aufgabe legt das Gemeindeforstamt großen Wert auf gut ausgebildetes Fachpersonal. Es kommen ausschließlich städtische Forstwirte zum Einsatz, die die Wuchsdynamik der Arten am konkreten Standort sowie die städtische Waldentwicklungsstrategie kennen und die Eingriffsstärke entsprechend dosieren können.
Die Jungbestandspflege soll – in sehr unterschiedlicher Intensität – auf ca. 13 Hektar erfolgen.
Wegeunterhaltung
Die Unterhaltung der Waldwege ist eine Daueraufgabe im Forstbetrieb. Waldwege dienen im Stadtwald primär der Erholung, darüber hinaus der Holzabfuhr, der Waldbrandvorsorge und der Personenrettung. Insgesamt befinden sich die Waldwege in einem guten Zustand. In Mitleidenschaft gezogene Bereiche werden stetig durch Anbaugeräte profiliert und zur Substanzerhaltung ggf. neu aufgeschottert. Zur Regulierung der Wasserführung sind gelegentlich auch leichte Baggerarbeiten erforderlich.
Typische Aufgaben für 2027 sind zudem die Wiederherstellung des Lichtraumprofils (bspw. für Holztransporter), das Mulchen der Wegebankette sowie die Pflege der Wegeseitengräben.
Die Erneuerung der Fußgängerbrücke am Fobisbach (Münsterwald) musste in das Forstwirtschaftsjahr 2027 verschoben werden. Anders als ursprünglich geplant, wird die Brücke mit städtischen Forstwirten unter Einbeziehung des Know-Hows aus dem Aachener Stadtbetrieb gebaut.
Dokument
Projekt: Forstwirtschaftsplan Münsterwald
Zum ProjektDie Stadt Aachen erstellt den jährlichen Forstwirtschaftsplan für den Münsterwald, der Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung und ökologischen Aufwertung des Waldes festlegt. Die Erstellung eines neuen 10-jährigen Betriebsplans verzögert sich aufgrund von Personalengpässen.
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Weitere Vorlagen in diesem Projekt
KI-Analyse
Worum geht es?
Wie wird der Aachener Münsterwald nachhaltig bewirtschaftet? Der Forstwirtschaftsplan 2027 legt Ziele und Maßnahmen für den Erhalt des Waldes als Ökosystem und Erholungsraum fest.
Projekt
Forstwirtschaftsplan Münsterwald
Auch: Forsteinrichtungswerk Münsterwald, Betriebsplan Münsterwald
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Betroffene Gruppen
Handlungstyp
PlanungVerfahrensstand
Maßnahme geplantModell: mistral-large-latest | Extrahiert: 21.8.2026
Automatisch generiert. Rechtsverbindlich ist ausschließlich die Originalvorlage.
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 20.8.2026
Technische Details
ID: 1011443
Allris:https://ratsinfo.aachen.de/public/vo020?VOLFDNR=1011443
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/papers?id=1011443